iPad oder Laptops?

iPad oder Laptops? Diese Frage höre ich öfter. Meine Antwort ist ein entschiedenes „Kommt darauf an.„. Mein eigener Kontext sind berufliche Schulen, die näher als alle anderen Schularten an der beruflichen Wirklichkeit sind. Und in denen häufig Spezialsoftware verwendet wird, die auf iPads nicht funktioniert.

Spiegel online – Schlagt die Rechner auf

Aber auch für nicht berufliche SekI/II-Schulen lässt sich diese Frage nicht klar beantworten. Im Spiegel Online-Artikel „Schlagt die Rechner auf“ wird – trotz journalistischer Fehlleistung (dänische Einzelschule vs. deutsche Schulen im Generellen) – deutlich, dass die Entscheidung nicht zwangsläufig fürs iPad ausfallen muss. Nach einer Testphase mit iPads kam die Schule zum Schluss, dass Laptops für sie besser geeignet sind.

Aber nicht nur die Dänen experimentieren papierlos. Der Artikel des na-presseportal zum digitalen Abitur zeigt, dass man in Schloss Neubeuern schon einen Schritt und drei Jahre weiter ist. Hier werden sogar die Abiturprüfungen digital geschrieben. Ich konnte mir vor einem halben Jahr bei einem Besuch der Schule ein eigenes Bild vom digitalen Unterricht machen. Der Umgang der Lehrer und Schüler mit den Rechnern läuft beeindruckend flüssig. Leider konnte mich der pädagogische Einsatz weniger überzeugen.

na Presseportal – 30 Schüler bereiten sich erstmals auf digitales Abitur vor

Zitat aus dem Artikel: In den Klassenzimmern stehen eigens entworfene, ergonomische Tische mit Docking-Stationen, in den Projekträumen ein schnelles, nach Bedarf freischaltbares Funknetzwerk zur Verfügung, hochauflösende 3D-Beamer werfen Tafelbilder an die Wand. Das stimmt alles. Verschwiegen wird, dass diese „ergonomischen“ Tische fest in Frontalunterrichtsposition verankert sind. Pädagogisch wohl eher suboptimal.

Sind die Dänen also doch weiter? Zitat aus dem Spiegel Artikel: Wir haben beim Inhalt angefangen und uns nicht bloß mit modernen Geräten ausstatten lassen. Diese Denkweise gefällt mir. Und so sollte auch die Entscheidung angegangen werden, wenn die Frage lautet: iPad oder Laptop?

Übrigens, egal ob iPad oder Laptop, das komplette Umstellen einer Schulklasse auf Digital halte ich für einen großen Fehler. Ich denke, digitale Medien können eine sinnvolle methodische Ergänzung im Unterricht darstellen, wenn sie dosiert eingesetzt werden. Mehr als 10-20% Anteil am Gesamtmethodenmix halte ich für problematisch.

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VPP – Volumenlizenzen fürs iPad

In den Schulferien versteckt und in meiner Wahrnehmung völlig untergegangen führt Apple Anfang September nach einer gefühlten Ewigkeit das Volume Purchase Program VPP in Deutschland ein.

Volume Purchase Program

VPP ermöglicht es, 20 Lizenzen eines Apps oder mehr auf einmal zu kaufen. Also etwas, was zuvor im regulären App-Store gänzlich unmöglich war. Vorbei die Zeiten, wo sich Administratoren ein App 20x einzeln kaufen und per Email selbst schenken mussten. Vorbei auch die Zeiten, wo jeder Redeemcode tatsächlich eingelöst werden musste, um einen gültigen Lizenznachweis zu haben. Und vorbei auch die Zeiten der Ungewissheit, wie man bei diesem Schlamassel die Lizenzbedingungen einhalten soll, denn Apple gibt dieses Mal Informationen nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sondern schriftlich mit dem iOS Education Deployment Guide heraus.

Dieser zeigt umfassend und einfach verständlich, wie die Softwareverteilung zukünftig funktioniert. Zwei grundlegende Deploymentmodelle sind möglich: Das Personal Ownership Model und das Institutional Ownership Model. Es geht also darum, wem das über VPP gekaufte App am Ende gehört.

So eignet sich das Personal Ownership Model für BYO-Settings. Die Schule beschafft die im Unterricht benötigten Apps zentral über VPP und erhält ab einer Bestellmenge von 20 Apps einen 50% Rabatt. Die Verteilung erfolgt über Redeemcodes, die die Schüler über ihren persönlichen iTunes Account einlösen. Das App ist damit im Besitz der Schüler und kann auch am Schuljahresende nicht mehr an die Schule zurückgegeben werden. Bei diesem Modell dient das VPP also einzig dem günstigeren Einkauf, sprich eine Sammelbestellung.

Das Institutional Ownership Model behält die gekauften Apps im Besitz der Bildungsinstitution. Von 20 Redeemcodes wird lediglich einer verwendet, um ein Master-iPad zu bestücken, dessen Backup anschließend auf alle weiteren iPads gespiegelt wird. Der Deployment Guide liefert viele gute Tipps, in welcher Reihenfolge und mit welchen Einstellungen das „Imaging“ durchgeführt wird. Die verbleibenden 19 Redeemcodes genügen als Lizenznachweis: For app purchases, education institutions have the option of redeeming one app code per iTunes authorized computer, or “sync station,” and retaining the rest of the codes as proof of purchase. (iOS Education Deployment Guide, S. 20) . Somit spart man sich gegenüber der früheren Verfahrensweise das Anlegen einer entsprechenden Anzahl von Dummy-Accounts in iTunes.

Auch ein Mischmodell ist möglich, das sogenannte Layered Ownership Model. Dies ist im Grunde ein Institutional Ownership Model als Basis. Werden die iPads den Schülern als Leihgeräte auch mit nach Hause gegeben, können diese nicht nur die Apps der Bildungsinstitution verwenden, sondern über einen eigenen iTunes-Account zusätzliche Apps auf das Gerät spielen und nutzen. Das Synchronisieren mit einem eigenen Computer funktioniert allerdings nicht. Die iPads bleiben an die Sync Station der Bildungseinrichtung gekoppelt.

Apple weist im Deployment Guide übrigens mehrfach darauf hin, dass sowohl beim Institutional als auch beim Layered Ownership Model die Verwendung der iCloud nicht erlaubt ist.

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Weitere Schulprojekte mit Tablets

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres meldet sich auch dieser Blog wieder aus der Sommerpause zurück. Unser iPad-Seminar startet zwar erst wieder Mitte Oktober mit dem Beginn des Wintersemesters, bis dahin gibt es aber weitere interessante Projekte.

An der Berufsschule Mühldorf startet ein Tablet-Projekt mit 30 Motorola Xoom2 Geräten in einer Klasse mit MFA-Auszubildenden (Medizinische Fachangestellte, zweites Ausbildungsjahr, Laufzeit 1/2 Jahr). Das Projekt wird von einer TUM-Studentin im Rahmen der Masterarbeit durchgeführt und vom Lehrstuhl für Pädagogik betreut. Im Blog xoomtum.wordpress.com werden die Erfahrungen dokumentiert. Ich bin gespannt, wie sich das Android-Tablet hinsichtlich des Deployments, der Laufstabilität und der Usability schlägt.

Ein weiteres Projekt steht in den Startlöchern. An der TUM Referenzschule Phorms Education München ist die komplette achte Jahrgangsstufe Gymnasium ab diesem Schuljahr mit dem iPad3 ausgestattet (BYO, 1:1). Der Rollout began bereits zum Ende des letzten Schuljahres. Der Lehrstuhl für Pädagogik berät die Lehrkräfte hinsichtlich des didaktischen Einsatzes der iPads. Die Schule ist auch sonst technisch gut ausgestattet, alle Klassenzimmer verfügen über Smartboards sowie nun auch AppleTV. Es wird spannend zu sehen, in welchen Unterrichtsszenarien sich die Tablets und in welchen die Smartboards bewähren.

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Videopodcast PISA

Im Anschluss an das Videopodcast Berufsbildung in anderen Ländern stelle ich ein weiteres sehenswertes Videopodcast unserer Studenten Marina Mehringer und Jochen Knorz zum Thema PISA vor. Im Interview mit Prof. Dr. Manfred Prenzel, deutscher PISA-Koordinator an der TUM School of Education, fragen die beiden nach den Chancen der bekannten Vergleichsstudie für das deutsche Bildungssystem und entlocken dem PISA-Forscher Anmerkungen über die Forschungsmethodik, G8, Berufsbildungspisa und Sozialkompetenzmessung.

Auch dieses Podcast wurde völlig selbstständig und ohne Hilfestellung erstellt. Das iPad erweist sich durch seine Vielseitigkeit und seine intuitive Bedienung als ein produktiver Helfer.

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Videopodcast Berufsbildung in anderen Ländern

Im Rahmen unseres Seminars erstellen die Teilnehmer Videopodcasts zu den Seminarthemen. Die Produktion des Podcasts erfolgt ausschließlich mit dem iPad, sprich die Aufzeichnung über die integrierte Kamera und der Schnitt mittels iMovie. Die TeilnehmerInnen erhalten keine gesonderte Einführung in diese Applikationen. Hilfreich sind die Vorerfahrungen mit den Videotutorials. Die Vorgabe für das Videopodcast lautet ca. 10min Dauer (das Problem ist eher das Kürzen) sowie das Interviewen eines Experten. Ansonsten sind die Teilnehmer frei in der Gestaltung.

Das erste Videopodcast aus diesem Semester, dass ich vorstellen möchte, behandelt das Thema Berufsbildung in anderen Ländern. Wirft man den Blick auf ein fremdes Bildungssystem, schärft man die Sinne für das eigene Bildungssystem. Die Autoren M.H. und J.L. interviewen eine Englisch-Dozentin der LMU München, Frau Dr. Gillian Woodman, und befragen sie nach ihrer Erfahrung und Einschätzung der Berufsbildung in England.

Von Seiten der Dozenten war keine Hilfestellung notwendig. Die beiden Studenten erarbeiteten selbstständig das Drehbuch, organisierten die Expertin, drehten und schnitten die Aufnahmen. Das bedeutet nicht, dass alles reibungslos ablief. Zum ersten Mal stoßen wir aufgrund vieler Filmaufnahmen auf die Kapazitätsgrenzen von 16 GB Speicher im iPad. Das Exportieren aus iMovie bereitete Kopfzerbrechen und auch der Datentransfer von Student zu Dozent verlief (mal wieder) nicht problemlos.

Insgesamt ein sehr gut gelungenes Podcast und ein schönes Beispielszenario für Unterricht und Lehre, in der das iPad einen Trumpf ausspielen kann, den tatsächlich nur Tablets bieten: Alles in einem Gerät.

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Das Dozenten iPad

Eigentlich war heute im Seminar ausnahmsweise kein iPad-Einsatz geplant. Doch dann rückte es doch in den Mittelpunkt: Das Schokoladen-iPad. Herzlichen Dank an Herrn Knorz und die KommilitonInnen für diese nette Überraschung, ich weiß das sehr zu schätzen.

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Onlinelernen mit dem iPad

Zuletzt bearbeiteten unsere Studenten das Thema Gefährdungslagen an Schulen im Rahmen einer Onlinelernphase. Der Fokus lag auf der Problematik der School Shootings.

Um diese Onlinelernphase zu ermöglichen, entfiel ein Präsenztermin zugunsten eines Zweiwochen-Zeitfensters, in dem die Teilnehmer in 4er Teams eigenständig und zeitlich flexibel eine Arbeitsaufgabe zu lösen hatten. Die Aufgabe bestand zunächst in der eigenständigen Einarbeitung in das Thema. Hierfür stellten wir auf der Lernplattform Texte und Podcasts zur Verfügung, letztere übrigens in Vorsemestern von Studenten erstellt. Jedes Team bekam einen eigenen ausgewiesenen Themenexperten zugeteilt. Dieser sollte nach der Einarbeitung kontaktiert und von der Gruppe zu seinen Erfahrungen mit diesem Thema befragt werden. Dazu musste ein Gesprächstermin und ein geeignetes Kommunikationsmedium vereinbart werden. Nach dem Gespräch sollte die Onlinelernerfahrung im Seminarforum reflektiert werden. In einer abschließenden (Präsenz-)Seminarsitzung tauschten sich die Teams untereinander über die gewonnenen Erfahrungen aus und reflektierten diese gemeinsam mit den Dozenten und einer Lehrkraft unserer Universitätsschule.

Die Herangehensweise der Teams verlief sehr unterschiedlich. Während ein Team sich für eine Audiokonferenz via Skype entschied, führte ein anderes ein Videogespräch und die dritte Gruppe traf sich kurzerhand persönlich mit der Expertin. Die Teilnehmer reflektierten ihre Onlineerfahrung anschließend im Seminarforum.

Aus dieser Rückmeldung, einigen Einzelgesprächen mit den Studenten und den Beobachtungen des Dozenten während der Onlinelernphase ergibt sich hinsichtlich der iPads ein positives Bild. Die zur Verfügung gestellten Lernmaterialien konnten einfach mit dem iPad geladen und betrachtet werden. Sowohl die Audio- als auch die Videokonferenz wurde ohne technische Probleme über ein iPad geführt. Kommentar eines Kommilitonen hierzu: Geile Technik! Das Team mit der Videokonferenz zeichnete darüber hinaus das Gespräch mit einem zweiten iPad auf und schnitt daraus eine Zusammenfassung, die wir im Seminar anschauen konnten (siehe auch Bild). Hierdurch wurde die Ergebnispräsentation eindrucksvoll unterstützt. Auch die anderen Präsentationen mittels Popplet boten eine gute Orientierung in der Präsentation. Kritisch angemerkt wurde die Kombination iPad und Moodle, die leider nicht immer reibungslos funktioniert.

Vergleiche ich diese Onlinelernphase mit vergangenen, ist zudem hervorzuheben, dass es keine technische Panne gab. Zumindest keine, bei der ein Dozent eingeschaltet wurde. So einfach und unauffällig verlief die Onlinelernphase noch nie.

Hinsichtlich der iPads habe ich das Gefühl, dass die Teilnehmer in den relevanten Workflows nach nunmehr drei Monaten routiniert geworden sind und das iPad effektiv und effizient für sich nutzen können.

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