VPP – Volumenlizenzen fürs iPad

In den Schulferien versteckt und in meiner Wahrnehmung völlig untergegangen führt Apple Anfang September nach einer gefühlten Ewigkeit das Volume Purchase Program VPP in Deutschland ein.

Volume Purchase Program

VPP ermöglicht es, 20 Lizenzen eines Apps oder mehr auf einmal zu kaufen. Also etwas, was zuvor im regulären App-Store gänzlich unmöglich war. Vorbei die Zeiten, wo sich Administratoren ein App 20x einzeln kaufen und per Email selbst schenken mussten. Vorbei auch die Zeiten, wo jeder Redeemcode tatsächlich eingelöst werden musste, um einen gültigen Lizenznachweis zu haben. Und vorbei auch die Zeiten der Ungewissheit, wie man bei diesem Schlamassel die Lizenzbedingungen einhalten soll, denn Apple gibt dieses Mal Informationen nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sondern schriftlich mit dem iOS Education Deployment Guide heraus.

Dieser zeigt umfassend und einfach verständlich, wie die Softwareverteilung zukünftig funktioniert. Zwei grundlegende Deploymentmodelle sind möglich: Das Personal Ownership Model und das Institutional Ownership Model. Es geht also darum, wem das über VPP gekaufte App am Ende gehört.

So eignet sich das Personal Ownership Model für BYO-Settings. Die Schule beschafft die im Unterricht benötigten Apps zentral über VPP und erhält ab einer Bestellmenge von 20 Apps einen 50% Rabatt. Die Verteilung erfolgt über Redeemcodes, die die Schüler über ihren persönlichen iTunes Account einlösen. Das App ist damit im Besitz der Schüler und kann auch am Schuljahresende nicht mehr an die Schule zurückgegeben werden. Bei diesem Modell dient das VPP also einzig dem günstigeren Einkauf, sprich eine Sammelbestellung.

Das Institutional Ownership Model behält die gekauften Apps im Besitz der Bildungsinstitution. Von 20 Redeemcodes wird lediglich einer verwendet, um ein Master-iPad zu bestücken, dessen Backup anschließend auf alle weiteren iPads gespiegelt wird. Der Deployment Guide liefert viele gute Tipps, in welcher Reihenfolge und mit welchen Einstellungen das „Imaging“ durchgeführt wird. Die verbleibenden 19 Redeemcodes genügen als Lizenznachweis: For app purchases, education institutions have the option of redeeming one app code per iTunes authorized computer, or “sync station,” and retaining the rest of the codes as proof of purchase. (iOS Education Deployment Guide, S. 20) . Somit spart man sich gegenüber der früheren Verfahrensweise das Anlegen einer entsprechenden Anzahl von Dummy-Accounts in iTunes.

Auch ein Mischmodell ist möglich, das sogenannte Layered Ownership Model. Dies ist im Grunde ein Institutional Ownership Model als Basis. Werden die iPads den Schülern als Leihgeräte auch mit nach Hause gegeben, können diese nicht nur die Apps der Bildungsinstitution verwenden, sondern über einen eigenen iTunes-Account zusätzliche Apps auf das Gerät spielen und nutzen. Das Synchronisieren mit einem eigenen Computer funktioniert allerdings nicht. Die iPads bleiben an die Sync Station der Bildungseinrichtung gekoppelt.

Apple weist im Deployment Guide übrigens mehrfach darauf hin, dass sowohl beim Institutional als auch beim Layered Ownership Model die Verwendung der iCloud nicht erlaubt ist.

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3 Antworten zu VPP – Volumenlizenzen fürs iPad

  1. Michael Folgmann schreibt:

    In unserem eigenen Setting fahren wir im Grunde schon lange ein Layered Ownership Model, da die Teilnehmer sogar dazu aufgefordert werden, mit ihren eigenen iTunes-Accounts Apps zu installieren. Der Nachteil bei der Ausbildung von Lehrkräften ist, dass ein wesentlicher Aspekt des iPads – die Synchronisation mit iTunes, also die administrative Seite – ausgespart wird. Die Teilnehmer können das iPad nicht mit Ihrem eigenen Computer synchronisieren, da sonst alle von der Uni zur Verfügung gestellten Apps und Inhalte gelöscht würden. Die Administration des iPads wäre aber ein wichtiger Lerninhalt.

    Deshalb könnten wir uns auch noch eine umgedrehte Variante des Layered Ownership Model vorstellen: Personal Ownership als Basis und Institutional Ownership oben drauf. Die Studenten verwalten die Leihgeräte mit ihrem eigenen iTunes-Account und synchronisieren die Geräte auch mit ihrem eigenen Computer. Die Uni erstellt Institutionsaccounts in iTunes und stattet diese mit den benötigten Apps via VPP-Redeemcodes aus. Jeder Student erhält einen dieser Institutionsaccounts, den er dann für seinen Privatrechner authorisiert. So ist gewährleistet, dass die Synchronisation auf dem Privatrechner funktioniert und dass auch Updates eigenständig gefahren werden. Am Semesterende geben die Studenten den Institutionsaccount zurück, die Uni deauthorisiert die Privatrechner und ändert die Passwörter der Institutionsaccounts.

    So bleiben die Apps im Besitz der Uni und gleichzeitig können die Studenten das volle Potential des iPads ausschöpfen.

  2. Pingback: VPP – Volumenlizenzen fürs iPad | Tablets in der Schule | Scoop.it

  3. Walter Janka schreibt:

    Gibt es inzwischen schon erste Erfahrungen mit den VPP-Lizenzen? Wir können nun mit einem iPad-Koffer zentral synchronisieren – aber die Fragen nach den Apps ist noch offen.

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