Diskussion zu Pädagogik 2.0

In einer der letzten Seminarsitzungen diskutierten wir das Thema Pädagogik 2.0. Diese Wortschöpfung steht sinnbildlich für die Verbindung der Pädagogik mit neuen Medien. Der Einsatz von Tablets im Unterricht war der Dreh- und Angelpunkt der Diskussion.

Als Experte war Herr Walter Janka, Lehrer an der BS Neumarkt und eine bekannte Größe in diversen iPad-Blogs, im Seminar eingebunden. Passend zum Thema Pädagogik 2.0 wurde Herr Janka via Skype-Videogespräch ins Seminar zugeschaltet. Das Gespräch wurde im Seminarraum über ein iPad auf einem Ständer durchgeführt und via Apple TV auf den Beamer übertragen. Technisch funktionierte dies einwandfrei. Es fühlte sich so an, als ob Herr Janka tatsächlich vor Ort war.

Die Diskussion durchlief diverse Themenbereiche und Fragestellungen wie zum Beispiel den konkreten iPad-Einsatz an der BS Neumarkt, die Reaktion der Kollegen, Finanzierungsmodelle, notwendige (Netzwerk-)Ausstattung sowie rechtliche Hürden, z.B. Nutzung von Smartphones im Unterricht, Urheberrecht oder Datenschutz.

Nachdem unsere Studierenden nunmehr eineinhalb Monate eigene Erfahrungen mit dem iPad sammeln konnten, war es insbesondere interessant zu hören, wie sie den Einsatz von Tablets in Unterricht und Lehre einschätzen. Hier zeichnet sich eine durchaus kritische Haltung bei gleichzeitiger Offenheit ab. Während beispielsweise der Verzicht auf Papier in der Lehre gelobt wird, werden Bedenken hinsichtlich des iPad-Einsatzes in Berufsschulklassen bestimmter Berufsgruppen, beispielsweise Spengler, geäußert. Interessant war auch die grundsätzliche Frage, wie sich Lerninhalte durch die Verfügbarkeit neuer Medien ändert oder verändern müssen. Am Beispiel der Kurvendiskussion in der Mathematik entbrannte sich die generelle Frage, was Schüler noch „zu Fuß“ selbst berechnen müssen und was der Computer übernehmen darf. Dies sind nur ein paar Facetten des Meinungsaustausches.

Für mich persönlich am spannendsten war die Frage, wie der optimale Medieneinsatz im Unterricht aussehen könnte. Herr Janka betonte hier weder eine bestimmte Geräteklasse, noch die häufig beschworenen 1:1 Settings. Vielmehr verwies er darauf, dass Lehrer wie  Schüler im Idealfall selbst entscheiden können, welches Medium sie zur Bewältigung der aktuellen Lernsituation einsetzen. So kann es vorkommen, dass bei einem Brainstorming einige Schüler mit dem iPad, andere am Laptop und wieder andere mit Papier und Bleistift arbeiten. Dieses Szenario ist natürlich nur möglich, wenn unterschiedliche Medien regelmäßig im Klassenzimmer verfügbar sind, anstelle beispielsweise in einen Computerraum wechseln zu müssen (das ist heute leider der Standard). Der limitierende Faktor ist jedoch nicht immer nur die Technik oder das Geld, sondern häufig auch der/die Lehrer/in. Wo ein Wille ist, da finden sich Wege, im Unterricht Pädagogik 2.0 durchzuführen, so Janka. Welches mobile Endgerät nun letztlich eingesetzt wird, ist nicht die zentrale Frage: Ob Laptops, Smartboards, Tablets oder Smartphones, alle Geräteklassen haben ihre Stärken und Schwächen, die es zu nutzen gilt.

Alles in allem war es eine runde Seminarsitzung mit spannenden Eindrücken aus der Praxis. Danke, Herr Janka.

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5 Antworten zu Diskussion zu Pädagogik 2.0

  1. Walter Janka schreibt:

    hallo Herr Folgmann, liebe Seminarteilnehmer,
    in unserem Gespräch diskutierten wir ja auch über die Problematik Daten in der dropbox als Bildungsinstitut abzuspeichern. Wie angesprochen wäre dazu eine Webdav-Anbindung an einen eigenen Server eine Lösung. In einem Tutorial zeigt ein Kollege, wie diese Lösung mit Owncloud auch in Kombination mit Moodle erfolgversprechend funktioniert. Zwar habe ich selbst aus zeitgründen dies noch nicht getestet, aber der Ansatz klingt ideal.
    Gruß Janka

  2. Walter Janka schreibt:

    Nachtrag, hab den Link vergessen (entweder über die InfoFARM.de nach Owncloud suchen) oder direkt unter http://eventualitaetswabe.de/?p=880

  3. Manuela H. schreibt:

    Hallo zusammen!
    Ich denke, dass man das iPad sehr wohl auch bei Spenglern einsetzen könnte, da es sehr intuitiv und relativ leicht bedienbar ist. Dadurch, dass es vergleichsweise teuer ist, werden viele Schulen es jedoch bevorzugen weiterhin mit Computern/Laptops zu arbeiten. Ich persönlich habe mich sehr an das Arbeiten mit meinem Notebook gewöhnt und vermisse beim iPad den USB-Port. Auch das „Mittippen“ im Seminar fällt mir schwer, weil ich auf dem iPad nur viel langsamer tippen kann als auf dem Notebook. Wenn ich nach dem Studium an eine Schule komme, die mit iPads ausgestattet ist, setze ich sie aber auf jeden Fall hin und wieder ein, weil sich der Unterricht mit Hilfe des iPads abwechslungsreich gestalten lässt und es für die Schüler sicherlich ein attraktives Gerät ist. Falls eine ganze Klasse mit eigenen iPads ausgestattet ist, lässt sich auch der Papierverbrauch durch die iPad-Nutzung reduzieren. Außerdem könnte man dann Lektüren (für den Deutsch- und Englischunterricht) via iPad lesen. Vermutlich wird es in Zukunft viele Apps mit Schulbezug geben, mit denen man im Unterricht gut arbeiten kann. Auch wenn es nicht möglich ist allen Schülern ein iPad zur Verfügung zu stellen, bietet es dennoch eine tolle Unterstützung für die Lehrkraft – wie Herrn Folgmanns Einsatz des iPads im Seminar zeigt.
    Beste Grüße,
    M.H.

  4. Philipp H. schreibt:

    Hallo zusammen,

    ich fand die Seminarsitzung zum Thema Pädagogik 2.0 sehr interessant und anregend. So hat sie klar gezeigt, welche zusätzlichen Möglichkeiten der Einsatz von iPad, Notebook und Co. im Unterricht bringen kann. Vor allem der Einsatz in Gruppenarbeiten z.B. als Recherche- und Präsentationsmöglichkeit ist hier zu nennen. Hier ist es meiner Meinung nach aber sehr wichtig, den Schülerinnen und Schülern Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln, um tatsächlich verwertbare Rechercheergebnisse zu bekommen. Das Internet bietet eine unüberschaubare Fülle an Informationen zu jedem erdenklichen Thema. Dennoch muss man viele dieser Informationen sehr kritisch hinterfragen. Gerade im medizinischen Bereich, in dem ich tätig bin, muss man hier sehr genau schauen, wer die jeweilige Information zur Verfügung stellt, damit im Unterricht nicht auf einmal Sachen gelehrt werden, die jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren und damit schlichtweg falsch sind. Dies hätte unter Umständen zur Folge, dass Patienten falsch behandelt würden durch Personal, das von uns ausgebildet wurde.
    Diese Gefahr darf man nicht unterschätzen. Doch sie birgt auch die Chance, dass man den Auszubildenden Kompetenzen vermittelt, die sie im Umgang mit recherchierten Informationen brauchen. Und dies nicht nur für die Berufsschulzeit, sondern auch für das spätere Berufsleben.

    Beste Grüsse
    P.H.

  5. Lisa Amberger schreibt:

    Hallo Zusammen,

    Auch ich finde, dass das Nutzen von IPads eine schöne Abwechslung im Unterricht darstellen kann. Doch nicht nur der fachliche Nutzen und die methodische Abwechslung sind wichtige Komponenten, die zu nennen sind. Wie bereits geschrieben, kann das IPad selbst und das arbeiten damit sehr attraktiv für den Schüler sein. Durch die Nutzung im Klassenraum und somit auch das ausprobieren des IPads können die Schüler wertvolle Erfahrungen für sich selbst sammeln, z.B. ob es für sie in Frage kommt, sich selbst ein IPad anzuschaffen und ob es für sie sinnvoll ist ein solches zu kaufen.
    Für die Nutzung des IPads muss allerdings am Anfang, wie bei der Einführung jeder neuen Methode, Zeit geopfert werden, um den Schülern die Chance zu geben, sich mit dem Material und dem Umgang vertraut zu machen, da wohl im Gegensatz zum Laptop/PC, nicht jeder Schüler ein IPad zuhause hat.
    Während ich finde, dass das IPad vor allem zum lesen, recherchieren und auch präsentieren bestens geeignet ist, gibt es dennoch Apps und Fächer, die ich eher für ungeeignet halte. Wie bereits oben beschrieben, kam das Thema Mathe und Kurvendiskussion auf. Ich habe selbst in der Schule ein damals neues Produkt ausprobieren dürfen, welches die komplette Kurvendiskussion für uns erledigt hat. Das Problem war, wir durften dieses sogar in den Schulaufgaben nutzen, und haben somit seltenst „zu fuss“ gerechnet, und dementsprechend können einige von uns heute die Kurvendiskussion noch nicht, wir hatten ja auch keinen expliziten Grund, wie eine Schulaufgabe, diese zu lernen.
    Diese Befürchtung habe ich auch bei den Berufsschülern, die durch das Arbeiten und Lernen für andere Fächer sowieso wenig Zeit haben, und für die jede Zeit- und Aufwandseinsparung eine willkommene Alternative ist.
    .Viele Grüße,
    L.A.

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