Papierlose Lehrveranstaltung?

In der Seminarsitzung mit dem Thema Interkulturelle Bildung und Erziehung wurden die iPads dieses Mal als klassisches Lesegerät eingesetzt – der naheliegendste Einsatzzweck für ein Tablet. Die Studierenden erarbeiteten das Thema in Kleingruppen á 3-4 Personen anhand von Lesetexten. Diese wurden über unsere Lernplattform Moodle als PDF-Texte bereitgestellt.

Fehlerhafte pdf-Anzeige in Moodle

Die Dozenten erwarteten, dass dies völlig unkompliziert und reibungslos verläuft, da das Betrachten oder Herunterladen eines PDFs für alle TeilnehmerInnen bereits selbstverständlich ist. Aufgrund einer Standardeinstellung in Moodle – der Anzeigemodus der Dateien stand auf Automatisch – wurden die PDF-Dateien  auf dem iPad nicht korrekt dargestellt, obwohl es auf normalen Rechnern funktionierte. Es war nur eine halbe Seite des PDFs zu sehen. Ein Scrollbalken fehlte. Dieser Fehler konnte von uns ad hoc nicht gelöst werden und stellte uns vor die große Herausforderung, eine Gruppenarbeit ohne die Lesetexte durchzuführen. Hier erwies sich gleichzeitig aber auch die große Stärke des Tablets, denn die TeilnehmerInnen konnten einen Teil der Texte  sofort im Internet finden. Erst nach ca. 10min konnten alle Texte über ein provisorisch eingerichteten Webserver geladen werden. Später fanden wir dann heraus, dass lediglich der Dateianzeigemodus in Moodle anstelle von Automatisch auf Öffnen eingestellt werden muss.

Man darf davon ausgehen, dass dies in Zukunft nicht mehr passiert und durch den Einsatz von Tablets tatsächlich eine papierlose Lehrveranstaltung ermöglicht werden kann. Die Abhängigkeit von einer Internetanbindung bleibt allerdings bestehen, so dass es sinnvoll erscheint, Arbeitstexte bereits vor der Seminarsitzung auf die Geräte zu spielen (z.B. in iBooks oder Goodreader zum Offline-Lesen).

Bewertung  dieser Methode

  • Papierlose Lehrveranstaltung: In dieser Sitzung konnten ca. 300 Kopierseiten eingespart werden (Arbeitsaufträge, Lesetexte).
  • Um in der Gruppenarbeit Markierungen und Anmerkungen in den Texten zu ermöglichen, können diese in das App Goodreader geladen werden (App wurde erst frisch gekauft und stand in der Seminarsitzung noch nicht zur Verfügung).
  • Als nachteilig könnte empfunden werden, dass man im Tablet nicht zwei Texte nebeneinander legen kann (z.B. Leseauftrag und Lesetext), um parallel zu arbeiten. Es empfiehlt sich, Arbeitsaufträge auszudrucken und nur die Lesetexte über das iPad zu verteilen.
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10 Antworten zu Papierlose Lehrveranstaltung?

  1. Vasilij schreibt:

    Ich finde diesen Blog als äusserst hilfreich. Ausserdem finde ich es super, dass ihr das iPad als Lernhilfe einsetzt. Ihr beschreitet einen neuen Weg, der meiner Meinung nach zukunftweisend ist. Wir haben seit drei Tagen zwei iPads im Friseursalon für die Kunden im Einsatz. Die Frisurenbilder sind auf diese Weise verfügbar. Die Kunden haben dieses neue Medium als sehr nützlich und toll entdeckt.

    Gruss, Vasilij

  2. Kathi schreibt:

    Nachdem es dann mit den Texten funktioniert hat, lief es eigentlich ganz gut. Wenn man durch das neue App Goodreader jetzt auch noch etwas im Text markieren kann, dann kann man den Text gut bearbeiten. Es ist allerdings wirklich sinnvoll die Arbeitsaufträge auszudrucken, da man so nicht extra wieder ein neues Dokument öffnen muss, um sich die Aufgabenstellung nachmal zu Gemüte zu führen.

  3. Ruth schreibt:

    Ich weiß nicht, ob ich mich bei dem Gedanken eine papierlose Zukunft wirklich freuen kann. Das Argument, etwa 300 (!!) Kopien einzusparen überzeugt mich vollkommen, aber ich habe gerade in dieser Sitzung gemerkt, wie sehr mir das gewohnte Unterstreichen und Markieren gefehlt hat. Ich habe für den Text, den wir bearbeiten sollten ewig gebraucht. Ist bestimmt reine Gewohnheitssache… Aber bis ich mich wirklich umgewöhnen muss, werde ich weiterhin soviele Seiten wie möglich, doppelseitig auf ein Blatt drucken und weiter unterstreichen und kritzeln.

  4. Kathi Simon schreibt:

    Ich finde ein papierloses Seminar nach wie vor super… allerdings ist es schade dass immer wieder technische Probleme entstehen … Das Ipad sehe ich mehr als Spielzeug an ich hätte es sinnvoller gefunden wenn jeder einfach seinen Laptop mitnimmt… Zudem finde ich es schade, dass das Ipad in letzter Seit im Seminar nicht mehr wirklich eingesetzt wird…

  5. Kathi Simon schreibt:

    @ Ruth… das ist ein Nachteil den ich bestätigen kann … Unterstreichen erleichert das bearbeiten eines Texten ungemein🙂

  6. Vasilij schreibt:

    Reblogged this on tarnermodell and commented:
    Hallo zusammen

    Vielleicht wird es in diesem Blogg ja noch behandelt: Was haltet ihr von den neuen iBooks, die man mit der kostenlosen Software „iBook Author“ erstellen und im iBook Store veröffentlichen kann? Als Lehrmittel wird das ja in den USA recht stark vermarktet. Sorry für meinen Kommentar, gehört nicht unbedingt zu diesem Artikel… Aber spannend finde ich die Frage schon🙂
    Gruss, Vasilij „Tarner“

  7. Kathi Simon schreibt:

    iBooks im allgemeinen sind super… davon dass man ibooks selber veröffnentlichen kann habe ich noch nie gehört, aber durchaus interessant; so wäre es möglich seine Lernergebnisse auszutauschen –> finde ich super!

  8. Vasilij schreibt:

    Hallo Kathi, ja kann man. Mit iBook Author, im App Store kostenlos erhältlich.

    Gruss, Vasilij „Tarner“

  9. Michael Folgmann schreibt:

    iBooks Author funktioniert leider nur auf Mac und da auch nur mit dem Betriebssystem Lion, nicht mit Snow Leopard. Die entstehenden Books funktionieren ausschließlich auf dem iPad. Nicht auf Android, nicht auf Windows, nicht einmal auf dem iPhone oder einem MacBook.

    Bezogen auf Bildungsinstitutionen halte ich ein Selbst-Publikationsprinzip für eine grandiose Idee. Die Apple-Umsetzung ist sicherlich auch interessant für das ein oder andere kleine Projekt in einer iPad-Klasse.

    Was würde es mir als Dozent an der Uni bringen? Sage ich zur Mehrheit der Studenten „Tut mir leid, Freunde, den Script gibt es für Android leider nicht. Lizenzbedingung von Apple, versteht ihr sicherlich.“??

    Wer sich dagegen allgemein mal als Autor versuchen möchte, dies wäre mit iBooks Author durchaus attraktiv. Im Gegensatz zu den Verlagen mit Autorenprovisionen kleiner 5% zeigt sich Apple mit 70% geradezu generös.

  10. Pingback: iPads in der Hochschullehre – ein erstes Resümee | Lernen mit dem iPad

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