eClicker in der Seminarsitzung

In einer Seminarsitzung zum Thema Lehrergesundheit nutzte der Referent das Tool eClicker für eine Live-Abfrage unter den Teilnehmern. Nach einer inhaltlichen Einstimmung auf die vier Muster arbeitsbezogenen Verhaltens und Erlebens AVEM nach Schaarschmidt & Kollegen wurden die Teilnehmer aufgefordert, sich (ohne Testung) selbst in einem der Muster wiederzufinden. Diese Selbsteinschätzung wurde mit Hilfe von eClicker visualisiert.

Als Antwortzeit war 1min voreingestellt, um den TeilnehmerInnen genügend Bedenkzeit einzuräumen. Die gesamte Abfrage dauerte ca. 3-4min (eClicker Clients starten, mit Host verbinden, Abfrage, Ergebnisdarstellung). Etwas Verwirrung bereite die Eintragung des Usernamens beim Starten des eClicker Clients, da sich die TeilnehmerInnen nicht sicher waren, ob die Abfrage dann trotzdem anonym ist (ist sie, der Username zeigt dem Dozenten lediglich, wer überhaupt an der Umfrage teilnimmt). Darüber hinaus musste die Abfrage noch ein zweites Mal durchgeführt werden, weil aus unerfindlichen Gründen die Ergebnisseite der ersten Abfrage verschwand.

Zum Vorbereitungsaufwand: Die Frage wird samt Antwortoptionen im eClicker Host eingegeben (ca. 5min Vorbereitung vor der Sitzung). Alle Clients müssen in demselben WLAN-Netz eingeloggt sein, um sich mit dem Host verbinden zu können. In unserem speziellen Setting ist darauf zu achten, dass die TeilnehmerInnen nicht aus Versehen das auf allen iPads installierte Host-App starten, da sonst Verwirrungen entstehen, mit welchem Host sich die anderen TeilnehmerInnen verbinden sollen.

Bewertung dieser Methode

  • Ermöglicht relativ schnell eine kollektive Abfrage mit grafischem Ergebnis.
  • Alle TeilnehmerInnen werden eingebunden.
  • Die Ergebnisse sind numerisch präzise (im Gegensatz zum scannenden Blick bei Handmeldungen).
  • Könnte zur Wissensstandabfrage genutzt werden (als Feedback für den Dozenten: Haben die TeilnehmerInnen eben vermittelte Inhalte verstanden?)
  • Zur anonymen Abfrage von Meinungen und Einschätzungen bzw. von persönlichen Fragen, die nicht offen im Plenum gestellt werden können oder bei denen die Gefahr besteht, dass offen nicht ehrlich geantwortet wird.
  • Nachteilig ist die eClicker-Darstellung. Nach der Abgabe der Antwort steht sowohl bei noch laufender Befragungszeit als auch bei der Ergebnisdarstellung auf jedem Tablet deutlich erkennbar, welche Antwort gegeben wurde. Dies kann von den direkten Sitznachbarn leicht eingesehen werden.
  • Die Antwortoptionen werden in der Ergebnisdarstellung nicht erneut genannt (stattdessen Antwort A, B, C, D).
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4 Antworten zu eClicker in der Seminarsitzung

  1. Harald schreibt:

    iPad – Tag X….
    Erst mal in Bezug auf die Abstimmung mit eClicker: Für zwei Aspekte sehe ich hier echtes Anwendungspotenzial – die anonyme Befragungsmöglichkeit und die sofortige grafische Aufbereitung. Ist ersteres nicht nötig oder erwünscht (z.B. soll der Schüler explizit sich zu einer Meinung „bekennen“) lohnt sich nur für die hübsche Darstellung der Aufwand kaum. Denn dann lässt es sich bei einer Gruppengröße von um die 20 auch leicht mit Handzeichen und Abzählen arbeiten. Trotz der beachtlich guten Performance und der i.d.R. problemlosen Anwendbarkeit des iPad gibt es aber immer noch technische Fallstricke. In unserem Fall die Sache mit Host/Client, aber auch das Problem der verschiedenen WLANs. In einem echten Unterrichts-Setting müssten die iPads bzw. das entsprechende App auf allen Geräten bereits vor der Anwendung konfiguriert sein – also dass, wenn der Lehrer die Umfrage stellt, ein sofortiger Zugriff besteht. Aber das ist technisch lösbar. Angenehm ist die Verwendung von Prezi, da man mit dem iPad ja theoretisch umhergehen kann und trotzdem vollen Zugriff auf Prezi hat. Und zu Prezi grundsätzlich: Ich finde, es macht nur dann echten Sinn, wenn man nicht eine Einstellung nach der anderen zeigt (das iss auch nix anderes als PP-Folien in hübscher), sondern eine Gesamtdarstellung „entwickelt“. Aber das nur nebenbei.
    Ein anderes Problem seh ich bisher in dem enormen Ablenkungspotenzial des Gerätes. Hier bedarf es schon extrem disziplinierter Schüler (…oder Studenten…öhhh…*hüstel*), um den „Verlockungen“ während des Unterrichts zu widerstehen. (Ach, ne neue Mail! Und wer iss grad in Facebook so da? Was passiert so spannendes gerade auf der Welt? Schaff ich den nächsten Level in Space Invaders?). Wen es heute schon nervt. dass jeder zweite Schüler/Student sein Handy ständig im Blick hat, dem würde ein iPad den Rest geben…:)

    Inzwischen lässt sich bei mir ein klares Anwendungsprofil erkennen:
    1. zum jederzeitigen Mailzugriff. (Naja…“jederzeit“ wird mit der eher lückenhaften Symio-Netzabdeckung auch wieder relativiert)
    2. Info/Navigation im Stadt- und Bahnverkehr
    3. Ich könnte mich an Skype/Facetime vermutlich auch gewöhnen…die Kamera kann man ja (noch) abschalten…
    4.Mobiles Surfen
    5. Und vor allem: Als E-Reader. Das iss schon Klasse. Zumindest einen Kindle leg ich mir ganz sicher zu…

  2. Christopher schreibt:

    De Anonymität bei Abstimmungen/Umfragen wie in der Seminarsitzung sehe ich schon als klaren Vorteil. Mir würde im Augenblick auch keine andere Alternative einfallen, mit welcher man dies erreichen könnte. Ein gravierendes Problem stellte sich allerdings: man kann während der Abstimmung nicht zwischen e-clicker und der Preziös-Präsentation wechseln. Daher gestaltete sich die Umfrage natürlich schwieriger. Man müsste daher gleichzeitig, wie im Kontext der Sitzung, eine Folie auf den OHP legen, auf welcher der abzufragende Sachverhalt noch einmal prägnant und verständlich dargestellt wird.

  3. Michael Folgmann schreibt:

    Fragen in eClicker können auch ausführlich mit Erläuterungen und sogar unter Einbindung von Grafiken gestellt werden. Die Fragestellung erscheint dann auf allen Teilnehmergeräten. Es wäre also nicht zwingend ein Beamer für die Fragestellung notwendig. Aber Sie haben vollkommen Recht. Dieser konkrete Anwendungsfall zeigt deutlich, dass die iPads nicht wirklich multitaskingfähig sind. Sobald der eClicker Host in eine andere Applikation wechselt, wird die Umfrage abgebrochen. Und es wäre sicher schön, hier flexibler zu sein. Beim nächsten Mal verwenden wir vielleicht einfach ein zweites iPad für die Umfrage. Vorausgesetzt, wir können über Airplay einfach zwischen zwei Geräten auf dem Beamer hin- und herwechseln.

  4. Pingback: iPads in der Hochschullehre – ein erstes Resümee | Lernen mit dem iPad

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