Entscheidung für Apple’s iPad

Die Entscheidung zur Anschaffung von iPads ist leicht und schwer zugleich. In Punkto Bedienung ist das iPad bislang konkurrenzlos. Es überzeugt durch einfache Fingergesten und lässt sich intuitiv und flüssig bedienen.

Apple iPad2, Sony Tablet S, Motorola Xoom1

Die Vielzahl an verfügbaren Apps besticht ebenso wie das stabile Betriebssystem. Einschalten, Arbeiten, Punkt.

Zum Vergleich, ein ausführlicher Test mit WeTabs in der Lehrveranstaltung ging gründlich in die Hose, da die Geräte ständig hängenblieben, die Fingergesten nicht richtig erkannt wurden (das frustriert wirklich sehr) und die Menüführung nicht eingänglich gestaltet war. Diese Nachteile kann auch meine Vorliebe für den Open Source-Ansatz nicht herausreißen.

Aber auch das iPad erreicht nicht die Bestnote. Dass Adobe Flash auf dem iPad nicht läuft, ist eine erhebliche Einschränkung. Im technischen Bildungsbereich (und ich arbeite nunmal an einer technischen Universität und bilde Berufsschullehrer aus) gibt es eine Vielzahl an in Flash programmierter Animationen und Simulationen, die mit dem iPad nicht nutzbar sind. Beim Stichwort Flash erinnnern mich meine Ansprechpartner bei Apple fast an die Zeugen Jehovas, wenn sie den Wachturm mit dem Bild von Steve Jobs mit Sprechblase „Flash – Ressourcenfresser, verminderte Akkuleistung, stürzt ständig ab“ vor sich hochhalten.

Weiterhin ist das Deployment von iPads in Bildungseinrichtungen (bzw. allgemein in Unternehmen) wenig überzeugend. Das Geschäftsmodell von Apple zielt auf Einzelpersonen ab und ist über iTunes personifiziert. Apps werden nicht für ein Gerät gekauft, sondern für eine Person. Diese Person kann ein einmal gekauftes App dann auf all seinen Geräten verwenden. Was im Privatbereich eine sinnvolle Sache ist, funktioniert in der Bildungseinrichtung nicht, denn wenn ich meine Leihgeräte von den Studenten wieder einsammle, hätte ich dann doch gerne auch die Software wieder zurück. Volumenlizenzen existieren nicht. Weiterhin ist es datenschutzrechtlich höchst bedenklich, als Bildungseinrichtung meine Schüler oder Studenten zur Herausgabe persönlicher Daten an Apple zu verpflichten.

Trotzdem bleibt das iPad auf dem Tabletmarkt derzeit alternativlos. Die mit iOS 5 in Aussicht gestellten Neuerungen, z.B. den Desktop des iPads kabellos via Airplay/AppleTV auf den Beamer zu schicken, sind für den Bildungsbereich interessant.

Neben methodischen und technischen Fragen spielt für Bildungseinrichtungen immer auch eine Rolle, zu welchen Konditionen eingekauft wird, ob ein Sponsoring in Frage kommt und welcher Support erwartet werden kann. Hier konnte ich interessante Erfahrungen mit drei Herstellern machen. Apple drängt derzeit massiv auf den Bildungsmarkt und bietet neben den ohnehin kostenfreien Anwenderschulungen im Apple Store spezielle Schulungsangebote für Bildungseinrichtungen an (Lernen mit dem iPad, Einbindung von iPads in Schulen und Unternehmen). Über die Handelspartner erhält man für einen kurzen Zeitraum auch Testgeräte. Verhandlungen mit Apple kann man sich dagegen sparen. Apple arbeitet mit unverhandelbaren Referenzpreisen am Markt. Abseits der sich im Bereich 5-12% bewegenden Bildungs- oder Großkundenrabatte (die TUM kauft im Verbund mit anderen Universitäten ein) ist mit keinem Entgegenkommen zu rechnen.

Wer nun glaubt, andere Hersteller schließen diese Lücke, um am Tabletmarkt aufzuholen, irrt. WeTab stellte uns zwar kostenfrei Testgeräte zur Verfügung, dies waren allerdings nicht mehr benötigte Prototypen aus deren Entwicklerabteilung, mit den anfangs genannten, negativen Erfahrungen. Das Samsung Galaxy Tab 10.1 wird als vielversprechende iPad-Alternative gehandelt. Samsung selbst besitzt keinen eigenen Vertrieb. Nach einer Telefonodyssee zu einem einigermaßen passenden Ansprechpartner und einem schriftlichen Antrag wurde mir per Standardformulierung mitgeteilt, dass der zuständige Vertriebspartner leider kein Interesse an einer Kooperation hat. Er war nicht einmal bereit, dass wir für einen kurzen Zeitraum ein Testgerät zur Ansicht bekommen und konnte/wollte auch keine technischen Auskünfte geben.

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