Neuer Blog „Bring your own device“

Ich starte einen neuen Blog im Themenfeld Lernen mit digitalen Medien und lade alle Interessierten ein, mir dort zu folgen:

http://byodtum.wordpress.comBYOD – bring your own device
Der Einsatz von mobilen Endgeräten in Schule und Universität

byodtum.wordpress.com

In diesem Blog stelle ich Methoden für die Hochschullehre zur Diskussion, die sich in einem BYOD-Setting realisieren lassen. Bei BYOD – Bring your own device nutzen die Studierenden ihre eigenen Smartphones, Tablets oder Laptops in der Lehrveranstaltung. Die eigenen Geräte bieten maximale Flexibilität in Seminaren und Vorlesungen: Kabellos durch lange Akkulaufzeiten, in Sekundenschnelle einsatzbereit (instant-on) und in der Bedienung vertraut.

Die im Blog ipadtum.wordpress.com vorgenommene Einengung auf das iPad scheint mir nicht mehr zeitgemäß. Meine Vorträge und Schulungen sind bereits neu ausgerichtet, nun folgt der Blog. Beruflich bedingt ist der Fokus des neuen Blogs stärker auf Studierende und die Hochschulen gerichtet. Gleichwohl lassen sich die meisten Methoden auch mit Schülern durchführen.

Ich freue mich auf die Diskussion mit Ihnen.
Michael Folgmann

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Datenschutz in Schulen

Handreichung LMZDie Datenschutzdiskussion an Schulen poppt in Zeiten der Tabletklassen mittlerweile regelmäßig an die Oberfläche. Spiegel Online berichtet „Baden-Württemberg verbietet Lehrern Facebook-Nutzung„. Ausgangspunkt des Artikels ist eine Handreichung des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg zum Einsatz von Sozialen Netzwerken an Schulen.

Darin wird zwar die Behandlung des Themas Soziale Netzwerke im Unterricht erlaubt, von der dienstlichen Nutzung sozialer Netzwerke allerdings abgeraten. Namentlich werden Facebook, Google+, StudiVZ und Twitter aufgezählt. Gemeinsam ist diesen Anbietern, dass sie Server außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes betreiben, es sich um US-Amerikanische Unternehmen handelt oder dass ein Zugriff auf deren Server von außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums möglich ist. Die Verarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen von schulischer Arbeit auf sozialen Netzwerken ist deshalb unzulässig, da die Datenschutzstandards in den USA nicht mit den deutschen und europäischen Standards im Einklang stehen. Prism lässt grüßen. Auch deren AGB bzw.  Nutzungsbedingungen sind nicht mit deutschem Datenschutzrecht zu vereinbaren.

Die Kommentare der Spiegel Online-Leser sind zahlreich und spalten sich in die zwei üblichen Lager: Diejenigen, die Facebook&Co sowie so verteufeln und jeglichem Einsatz in der Schule widersprechen und diejenigen, die dem Ministerium Weltfremdheit vorhalten. Vermutlich ist die Kontroverse dem plakativen Titel des Spiegel Online-Artikels zu verdanken. Die Essenz der Handreichung ist aus meiner Sicht völlig unstrittig: Es geht selbstverständlich nicht an, dass ich als Lehrer einen Schüler dazu zwinge, einen Facebook-Account mit seinen persönlichen Daten anzulegen, damit er an der Unterrichtskommunikation teilnehmen kann. Und wer als Lehrkraft nur ein bisschen gesunden Menschenverstand mitbringt, wird selbstverständlich auch keine Noten oder andere Schülerdetails mit Lehrerkollegen via Facebook, Google+ oder Whatsapp austauschen.

Was ich mir von einer solchen Handreichung allerdings erwarten würde, wäre eine differenziertere Auseinandersetzung, wie der Einsatz von beispielsweise Twitter möglich ist und worauf der Lehrer dabei achten sollte. Die Schüler können als Arbeitsauftrag ja Twitternachrichten zu einem Thema verfolgen, ohne hierfür einen Account anzulegen oder zu einem Thema über einen gemeinsam genutzten Klassenaccount twittern.

Reduziert man den Datenschutz ausschließlich auf die Kategorie Serverstandort, fallen auf einmal ganz viele Tools weg, die im Unterricht durchaus nützlich sein könnten: Google Docs, Youtube oder WordPress, um nur einige zu nennen. Gerade auf Tablets wie dem iPad nutzen zahlreiche Apps intensiv Cloud-basierte Dienste. Sicherlich lässt sich durch eine geeignete Anonymisierung der Arbeitsmaterialien oder dem Verwenden von entpersonalisierten Accounts die ein oder andere Plattform auch datenschutzkonform nutzen.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass Schule im Bezug auf Datenschutz konsequent Vorbild ist. Wenn man im Unterricht einen Dienst wie Dropbox nutzt, „weil es doch so bequem und einfach ist“, machen sich die Schüler zukünftig auch keine Gedanken über den Datenschutz. Und das wäre ein wichtiges Ziel der Medienpädagogik.

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Berufstutorials

In diesem Semester erstellten unsere TeilnehmerInnen – allesamt angehende Lehrkräfte für berufliche Schulen – Videotutorials zu beruflichen Fertigkeiten. Hierzu sollten sie eine typische berufliche Tätigkeit ihres Erstfaches bzw. ihres eigenen Ausbildungsberufs in maximal 2min demonstrieren.

Wie bereits bei den iPad-Tutorials nutzten die TeilnehmerInnen iMovie auf dem iPad sowohl für die Aufnahme als auch für den Schnitt.

Die Ergebnisse überzeugen. Die folgenden Videotutorials zeigen auch die große Vielfalt des beruflichen Lehramts, hier mit Beispielen aus dem Bereich Elektro- und Informationstechnik, Gesundheit- und Pflegewissenschaft, Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaft sowie aus der Agrarwirtschaft.

Der berufliche Schulbereich ist geradezu prädestiniert, um Videotutorials einzusetzen. Der berufspraktische Teil der Ausbildung kann so auf einer zusätzlichen Ebene in den berufsschulischen Unterricht einfließen. Berufsschulen müssen sich in den eigenen Werkstätten auf einzelne Maschinen oder Software festlegen, mit der stellvertretend die Lerninhalte eines Berufsfeldes vermittelt werden. Videotutorials von Berufsschülern aus deren Ausbildungsbetrieben ermöglichen den Mitschülern und Lehrkräften den Blick auf die Vielfalt eingesetzter Betriebsmittel.

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Veranstaltungshinweis TUM eLearningtag 2013

Am 13. März 2013 findet an der Technischen Universität München der alljährliche eLearningtag statt, an dem über aktuelle Entwicklungen und Einsatzszenarien von eLearning an der TUM informiert wird.

TUM eLearningtag 2013Unter dem Programmpunkt Neues zur eLearning-Infrastruktur an der TUM präsentieren wir dabei die neue Schnittstelle zwischen dem Videokonferenztool Adobe Connect und der Lernplattform Moodle.

Die Präsentation zeigt zwei konkrete Einsatzszenarien von Adobe Connect in der Lehre – die Onlinesprechstunde und die Onlinevorlesung. Wir demonstrieren beide Beispiele live und setzen dabei iPads ein. Das flashbasierte Adobe Connect ist dank eines nativen Apps (Connect) auch für iOS-Geräte zugänglich.

Dozierende, Studierende und MitarbeiterInnen der TUM finden die Anmeldemöglichkeit auf der Webseite des Medienzentrums.

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B(P)ingo! – Live-Abfrage

Die Live-Abfrage ist bei uns die Methode, die wohl am häufigsten in unserer Lehrveranstaltung zum Einsatz kommt. Hierfür verwendeten wir verschiedene Tools mit unterschiedlichem Erfolg: z.B. Evasys , eClicker oder das Responsesystem ActiVote.

Nun lief uns ein Tool über den Weg, dass nicht nur ausgezeichnet funktioniert und intuitiv bedienbar ist, sondern auch plattformübergreifend läuft und für Bildungseinrichtungen kostenlos ist: PINGO. Danke an die Kollegen der Universität Paderborn für dieses hervorragende Instrument!

Pingo StartfensterWir haben PINGO in der letzten Seminarstunde eingesetzt und sind begeistert. Der Dozent legt auf der PINGO-Webseite eine Session an, mit der sich die Teilnehmer verbinden. Dazu gehen die Teilnehmer auf die Webseite pingo.upb.de und geben den Session-Code ein (in unserem Fall die Zahl 8117). Obwohl diese URL glücklicherweise gänzlich unkryptisch ist, generierten wir einen QR-Code dazu und blendeten diesen über den Beamer ein. Die Teilnehmer scannten den Code und landeten direkt auf der Umfrageseite.

PINGO Fragen vorformuliertNun stellten wir zu unserem Seminarthema „Europäischer Qualifikationsrahmen EQR“ Fragen, die wir 10min vor der Seminarsitzung vorbereiteten. In der Sitzung wählt der Dozent dann nur noch die Frage und die Befragungsdauer aus. Im gleichen Moment erscheint die Frage auf den Teilnehmergeräten. Die Teilnehmer können pro Endgerät nur einmal abstimmen. Sobald die Befragungszeit abgelaufen ist oder der Dozent die Frage beendet, erfolgt die Auswertung. Die Auswertung wird nur auf dem Dozentengerät angezeigt.

Das Beispielergebnis zur Frage, auf welcher Niveaustufe im EQR die TeilnehmerInnen ihre Berufsausbildung ansetzen würden, bot ausgezeichneten Gesprächsanlass zu dieser politisch umstrittenen und bislang nicht vollzogenen Zuordnung.

Beispielumfrage PINGO

Pingo SchnellfrageWas PINGO besonders auszeichnet, ist die Schnellfrage-Option. Damit können auch spontane Abfragen adhoc in die Lehrveranstaltung eingebunden werden.

Zwei Verbesserungsvorschläge zu PINGO: Es wäre schön, wenn die Umfrageergebnisse auch auf den Teilnehmergeräten eingeblendet würden und wenn PINGO zu jeder Session automatisch einen QR-Code generiert.

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iPad Tutorials

Im Rahmen des Seminars erstellen alle TeilnehmerInnen iPad Tutorials. Darin werden grundlegende Funktionsweisen des iPads, nützliche Apps und fortgeschrittene Bearbeitungstechniken erklärt. In diesem Semester entstanden 24 Tutorials. Zwei gelungene Beispiele möchte ich stellvertretend zeigen.

Im Videotutorial erläutert V. Ewen, wie man Daten zwischen dem iPad und einem anderen Gerät über das WLAN mit Hilfe der App GoodReader austauschen kann.

Neben Videotutorials konnten die TeilnehmerInnen alternativ auch ein ePub-Tutorial mit Hilfe des Apps BookCreator erstellen. S. Schisanowski erläutert auf diese Weise das Erstellen von Mindmaps. Das ePub kann mit einem Klick auf das Bild heruntergeladen werden.

iPad-Tutorial: Mindmaps mit MindMeister

Diese Tutorials besitzen gleich mehrfachen Wert für das Seminar. Die Studierenden dieses Semesters erklären denen des nächsten Semesters Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten des iPads. Erklärten wir früher noch in einem Art Workshop, wie man sich Internetzugang auf dem iPad einrichtet, schaffen das die Studierenden heute anhand der Tutorials selbst.

Der größere Wert eines Tutorials liegt jedoch in der Erstellung selbst. Sowohl in technischer Hinsicht wie auch im Hinblick auf das Planen und Erstellen eines Drehbuchs durchlaufen die TeilnehmerInnen alle Hindernisse und Hürden zuerst „im Kleinen“, um dann bei der Erstellung der Podcasts, in denen ein Seminarthema vertieft bearbeitet wird, fit zu sein.

Die Rückmeldung der TeilnehmerInnen ist nahezu durchgängig positiv: Eine neue und gute Erfahrung, hat Spaß gemacht, viel mitgenommen, aber auch eine große Herausforderung. Letzteres gilt für alle gleichermaßen, nicht nur für technisch weniger Versierte. Für 2min Videotutorial melden die TeilnehmerInnen Bearbeitungszeiten von 2-3 Stunden bis zu mehreren Tagen zurück.

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Diskussion zur digitalen Demenz

Digitale Demenz lautete der Titel der Seminarsitzung, in der wir über den Sinn und Unsinn des Einsatzes von digitalen Medien im Unterricht und hier insbesondere den Einsatz von Tablets diskutierten. Das gleichnamige Buch von Manfred Spitzer bietet bekanntermaßen viel Gesprächsstoff. Es überrascht deshalb auch wenig, dass unsere 23 TeilnehmerInnen, allesamt Nachwuchslehrkräfte für berufliche Schulen mit nunmehr drei Monaten intensiver Erfahrung mit den iPads, viel zu diesem Thema beitragen konnten und wollten.

Ich stelle hier drei Thesen in den Raum, die ich aus der Diskussion herausgehört habe.

  • Digitale Medien gehören zur Lebenswelt der Jugendlichen. Deshalb ist es sinnvoll und wichtig, Schüler medienpädagogisch zu bilden und zu erziehen. Hierbei stand bei uns der Datenschutz und Cybermobbing im Zentrum der Überlegungen, weniger der technische Umgang mit Computern. Was geben Schüler auf Facebook & Co. preis und welche Folgen kann dies für sie haben?
  • Der Einsatz von iPads im Unterricht sollte so spät wie möglich erfolgen. Ohne hier eine genaue Jahrgangsstufe bestimmen zu können, gibt es einen Meinungstrend für den Einsatz von iPads ab ca. Jahrgangsstufe 7. Abhängig von den Rahmenbedingungen auch früher oder später. Niemand konnte sich mit der Idee anfreunden, iPads bereits in der Grundschule einzusetzen.
  • Schuleigene iPad-Klassensätze sind gegenüber BYOD-Settings zu bevorzugen. Die Methodenhoheit bleibt so bei der Lehrkraft (was nicht ausschließt, diese an die Schüler weiterzugeben). Beim BYOD-Ansatz greift die Schule darüber hinaus in die Erziehungshoheit der Eltern ein, weil den Schülern das Gerät auch in der Freizeit zur Verfügung steht.

Die Diskussion verlief natürlich deutlich breiter und tiefer als in diesen Punkten dargestellt. Ich finde es dennoch einen guten Einstieg, um in diesem Blog weitere Meinungen zu diesem Thema zu hören und freue mich auf Kommentare.

Ab welcher Jahrgangsstufe sollten iPads eingesetzt werden? A=1, B=3, C=5, D=7, E=gar nicht

Ab welcher Jahrgangsstufe sollten iPads eingesetzt werden? A=1, B=3, C=5, D=7, E=gar nicht

In der Seminarsitzung nutzten wir das digitale Medium iPad selbst nur kurz. Nachdem die Diskussion schon relativ weit fortgeschritten war, wollten wir die Meinung aller TeilnehmerInnen abfragen, ab welcher Jahrgangsstufe der Einsatz von iPads sinnvoll wäre. Hierzu verwendeten wir das App eClicker, mit dem Liveabfragen möglich sind. Wie schon bei früheren Versuchen schafften es nicht alle Teilnehmer, ihre Clients mit dem Dozenten-App (eClicker Host) zu verbinden. 10 von 23 ist eine schwache Quote. So gaben einige Studierende gemeinsam eine Stimme ab. Das eingefangene Meinungsspektrum lieferte einen guten visuellen Ankerpunkt für die weitere Diskussion. Fazit zu eClicker: Ein wunderbares Tool, wenn es reibungslos funktionieren würde.

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Mindmaps klassisch und modern

Mindmeister AppIn der letzten, sehr spannenden Seminarsitzung zum Thema School Shootings setzte die Referentin Frau W. das App Mindmeister ein.

Die TeilnehmerInnen erarbeiteten gemeinsam im Plenum Präventionsmaßnahmen zur Vorbeugung von School Shootings. Dies lief in einem sehr offenen Rahmen, in dem die Vorschläge ausführlich diskutiert und von unserem eingeladenen Experten Herrn Geiger kommentiert wurden. Frau W. bestimmte einen Teilnehmer dazu, die Vorschläge mit Mindmeister mitzuprotokollieren. Das Mindmap war dabei ständig auf dem Beamer zu sehen.

Mindmap School Shootings

Ich fand dieses Vorgehen sehr gelungen. Das Mindmapprotokoll füllte sich stetig mit den besprochenen Ideen und strukturierte die Diskussion visuell. Sehr gut auch die Idee, das Protokoll nicht selbst zu schreiben, sondern von einem Teilnehmer führen zu lassen. So hatte die Referentin die volle Konzentration für die Moderation. Im Anschluss an die Sitzung ergänzte die Referentin nicht besprochene Punkte und stellte das Mindmap allen Teilnehmern über unsere EDU Cloud zur Verfügung.

Mehrwert

Welchen Mehrwert hatte dieses Vorgehen? Mindmaps sind nichts Neues und gehören bei Lehrkräften zum methodischen Standardrepertoire. In klassischer Form finden sie Anwendung als Papierapplikationen auf Stellwänden bzw. mit Magneten oder Haftspray an der Tafel sowie auf Folie via dem guten alten OHP. Ich halte sehr viel von der klassischen Präsentation in Form von Papierapplikationen an Stellwänden, weil dies im Klassenzimmer einen gewissen Raum einnimmt und damit eine bessere Präsenz hat (im Vergleich zur Projektion). Die Einbindung von Teilnehmern ist bei dieser Variante mit Bewegungsmöglichkeiten verbunden (Stichwort Bewegte Schule), Inhalte werden zudem räumlich erfahrbar. Zur Speicherung lässt sich ein Offline-Mindmap einfach abfotografieren. Dies ist zwar nicht bearbeitbar, was aber im Nachhinein auch faktisch nicht notwendig ist. Wichtig ist allerdings eine strukturierte und ansprechende grafische Aufbereitung. Dies gelingt gut, wenn der Lehrer das Mindmap vorab im Detail plant, insbesondere die Anordung, und im Unterricht ohne große Abweichung entwickeln kann.

Auch für spontane bzw. in Zusammenarbeit mit den Teilnehmern erstellte Mindmaps funktioniert die Papierform, führt aus meiner Erfahrung allerdings nicht selten zu einer weniger attraktiven Darstellung. Die gleichzeitige Ideenfindung und ansprechende grafische Aufbereitung ist schwierig parallel zu realisieren. An dieser Stelle spielen Mindmap-Apps wie Mindmeister ihre Stärke aus, da dem User die grafische Aufbereitung abgenommen wird. Die Aufmerksamkeit kann vollständig auf das inhaltliche Arbeiten gerichtet werden. Eine weitere Stärke der elektronischen Variante sind die einfachen Korrekturmöglichkeiten und – wichtig für spontane Sammlungen – die ständige Möglichkeit, die Ideen neu zu strukturieren und zu reorganisieren, ohne dabei Formatierungen und Querverweise zu verlieren. Hier sehe ich einen Mehrwert durch den Tableteinsatz.

Mit der Nutzung von Mindmap-Apps wird die Mindmaptechnik auch für viele alltägliche Lehrer- und Dozententätigkeiten interessant. Ich nutze Mindmaps u.a. für Telefon- und Besprechungsprotokolle, als Notizzettel für Feedbacks (z.B. bei Referaten) oder zur Planung und Strukturierung von Vorträgen und Lehrveranstaltungen.

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Lehrerfortbildung iPad&Co im Unterricht

Am 21.02.2013 findet von 9:30 bis 16:30 Uhr am Lehrstuhl für Pädagogik die Lehrerfortbildung iPad&Co im Unterricht statt. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf dem Einsatz von iPads im Unterricht an beruflichen Schulen. Die Fortbildung ist auf 20 Teilnehmer begrenzt. Jedem Teilnehmer steht leihweise ein iPad zur Verfügung. Darüber hinaus stehen Laptops, Tablets anderer Anbieter und das Live-Abfragesystem ActiVote bereit.

eClickerAnhand von konkreten Unterrichtsbeispielen wird der Einsatz der Geräte von den Teilnehmern selbst erprobt. Im Vordergrund stehen Anwendungen, die kollaboratives Arbeiten fördern und in nahezu allen Unterrichtsfächern eingesetzt werden können. Die Themenbereiche Finanzierung sowie Administration werden angesprochen, stehen aber nicht im Vordergrund.

Nähere Infos unter Lehrerfortbildung am Lehrstuhl für Pädagogik.

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Live-Abfrage im Seminar

In der Seminarsitzung zum Thema Berufsbildung in anderen Ländern (Bosnien und Herzegowina) setzte die Studentin Frau K. als Einstieg eine Live-Abfrage ein. Mittels der in Evasys erstellten Umfrage fragte sie allgemeine Dinge zu Bosnien ab und fokussierte und motivierte damit die TeilnehmerInnen für das Thema.

QRCode_bosnienDer Zugriff auf den Fragebogen erfolgte mittels QR-Code, der in der Sitzung herumgegeben wurde. Das Schöne daran ist, dass weder eine komplizierte URL eingetippt oder herumgemailt, noch ein Zugangspasswort eingegeben werden muss. Nach dem Scannen des QR-Codes mit der iPad-App Scan oder Qrafter kann die Umfrage unmittelbar gestartet werden (probieren Sie es aus).

Fragebogen

Nachdem alle TeilnehmerInnen fertig waren, wurden die Ergebnisse per Mausklick ausgewertet, am Beamer präsentiert und von der Referentin kommentiert und aufgelöst. Gelernt haben wir, dass das Land einen Meerzugang besitzt (22km), drei Amtssprachen hat, die sich im Grunde nicht unterscheiden, dass Cevapcici aus Bosnien kommt und dort nicht wie in Deutschland mit dem kroatischen Djuvec zusammen serviert wird. Hasan Salihamidzic kommt aus Bosnien und die häufigste Assoziation mit Bosnien ist leider der Krieg, der drei Jahre dauerte.

Bosnien-Umfrage_Page_1Bosnien-Umfrage_Page_2

Der Vorzug der elektronischen Befragung gegenüber einer persönlichen oder einer Handabfrage ist, dass man bei falscher Beantwortung und mit persönlichen Meinungen anonym bleiben kann und dass alle TeilnehmerInnen eingebunden werden.

Daneben nutzte Frau K. für die Präsentation Keynote via AppleTV am Beamer. Bermerkenswert ist, dass sie alle wichtigen Inhalte wie das politische System sowie das Bildungssystem von Bosnien und Herzegowina über klassische Präsentationsmedien (Flipchart und Pinwand) erarbeitete. Ein gelungener und sehr ausgewogener Medieneinsatz.

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Externes Mikrofon für das iPad

Für die Aufzeichnung von Interviews schafften wir bereits letztes Jahr ein Mikrofon für das iPad an, dass die Tonqualität der Audiopodcasts verbessern sollte. Leider erwies sich das Samson UB1 als Fehlkauf, da der Eingangspegel zu niedrig war. Ob dies am Mikrofon selbst oder am USB-Anschluss des iPads lag, konnte letztlich nicht geklärt werden.

ApogeeMikrofonNun nehmen wir einen neuen Anlauf mit dem Apogee MiC (189€ bei Hieber&Lindberg). Dieses Mikrofon ist extra für das iPad entworfen und konnte bereits im Laden mit einer guten Aufnahmequalität überzeugen. Die Verbindung erfolgt direkt über den 30-polig-Stecker des iPads oder via Camera Connection Kit über USB – was einfach und ohne Qualitätsverlust eine Verlängerung des USB-Kabels möglich macht. Das Apogee bezieht seinen Strom aus dem iPad.

Mit diesem Mikrofon rückt die Erstellung von Audiopodcasts, die wir zuletzt aus dem iPad-Repertoire gestrichen hatten, wieder in den Bereich des Möglichen und ich bin gespannt auf die kommenden Erfahrungen.

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Onlinelernen mit iPads

Wie in jedem Semester gab es auch in diesem eine Onlinelernphase im Seminar. Das Thema: Lehrergesundheit – ein wichtiges Thema schon für Lehramtsstudierende. Das Prinzip der Methode ist einfach: Ein Seminartermin fällt aus und gibt Raum und Zeit für eine zweiwöchige Onlinelernphase. Zum Abschluss wird das Thema in einer Präsenzsitzung diskutiert. Dieses Format läuft in diesem Seminar – ich musste nachsehen – mittlerweile seit Sommersemester 2008.

Flipchart_Onlinephase

Was passiert in dieser Onlinelernphase? Die 25 TeilnehmerInnen erarbeiten sich in Kleingruppen zu je fünf Personen selbstständig das Thema. Hierzu stehen einige Podcasts und Texte in unserer EDU-Cloud bereit, darüber hinaus gibt es Literaturhinweise und die Aufforderung, eigene Quellen zu recherchieren. Jede Arbeitsgruppe bekommt einen eigenen Experten zugewiesen, der in einer 30-60 minütigen Audio- oder Videokonferenz von der Arbeitsgruppe interviewt wird. Ziel des Gesprächs ist die Vertiefung des Wissens, eine erste Meinungsbildung zum Thema und die Verknüpfung zur Praxis. Die neuen Erkenntnisse werden von der Arbeitsgruppe zusammengefasst und aufbereitet. In der Präsenzsitzung präsentiert jede Gruppe kurz ihre Ergebnisse, bevor das Thema diskutiert wird.

Die SeminarteilnehmerInnen schnuppern so in das Konzept des Flipped Classroom hinein. Der Wissenserwerb wird in die Eigenverantwortung der Studierenden gelegt und aus der Präsenzzeit ausgelagert, um in der Seminarsitzung direkt vertieft arbeiten und diskutieren zu können. Der Dozent ist hier kein Wissensvermittler, sondern Moderator des Prozesses.

Der Aufwand für das Onlinelernen ist für den Dozenten sicherlich höher als bei normalen Präsenzsitzungen, aber geringer als man vermuten würde. Die Aquirierung der fünf Experten besteht im Normalfall aus einem Telefonat pro Person. Ich stelle bewusst kein (klassisches) Lernprogramm für den Wissenserwerb zur Verfügung. Die zur Verfügung gestellten Materialien und Texte sind nicht einmal didaktisch reduziert. Diese Aufgabe übernehmen die Studierenden selbst (angehende Lehrer, das gehört dazu). Dabei orientieren sie sich anhand der Vorbereitung auf das Expertengespräch, welche Inhalte benötigt und fokussiert werden.

Präsentation mit Popplet

Präsentation mit Popplet

Das iPad ist bei der Onlinelernphase das zentrale Medium. Hierüber erfolgt der Zugriff auf die Lernmaterialien in der Cloud und auf das Arbeitsgruppenforum in Moodle. Das Expertengespräch wird über Skype geführt. Die Präsentation wird ebenfalls auf dem iPad erstellt und gezeigt. Zum Einsatz kommen hier die Apps Keynote, Mindmeister und Popplet.

Das, was für mich als Dozent in dieser Onlinelernphase sichtbar war, lässt auf eine erfolgreiche Bearbeitung schließen. Die Arbeitsgruppenforen wurden für Absprachen und Interviewvorbereitung intensiv genutzt. Während der Onlinephase meldeten die Experten mir, wann die Kontaktaufnahme durch die Studenten erfolgte und so hätte ich steuernd eingreifen können, was nicht notwendig war. Die Präsentationen im Seminar waren visuell hervorragend aufbereitet (übrigens werde ich ein immer größerer Fan von Mindmaps als Präsentationsmittel). Einziger Wermutstropfen war erneut unser Netzwerk, das keinen kabellosen Zugriff auf AppleTV zuließ. Das VGA-Kabel fürs iPad rettete uns.

Ein großes Dankeschön geht an unsere Experten Norbert Hüge, Dr. Barbara Krautz, Prof. Dieter Melchart, Britta Nehmke und Dr. Sabine Roeder-Schorr in der Onlinelernphase sowie an Wolfgang Lambl in der Präsenzsitzung.

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Bring your own device

Sven Becker, Redakteur für Schulpraxis im Online-Magazin „Digital Lernen“, sprach mich im Juni 2012 kurz wegen eines Interviews zum Thema Tablets im Unterricht an. Letztlich wurde daraus ein kurzes Statement per Email, anschließend habe ich leider nichts mehr gehört. Anscheinend fand es schließlich doch Eingang in einen Artikel, den ich am Wochenende zufällig fand: Bring your own Device – Ein Überblick vom 22.8.2012

Sven Becker: BYOD – ein Überblick. Magazin Digital Lernen, 22.08.2012

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iPad-Rallye Neurodidaktik

Auch in diesem Semester veranstalteten wir eine iPad-Rally, dieses Mal zum Thema Neurodidaktik. An der Grundidee hat sich auch gegenüber der iPad-Rally des letzten Semesters nicht viel geändert.

Die 25 TeilnehmerInnen waren zwar vorgewarnt, dass die Seminarsitzung anders als gewohnt verlaufen würde, sie hatten allerdings keine Ahnung, was damit gemeint war. Sie wurden in sechs Arbeitsgruppen mit klangvollen Namen wie Synapse oder Neurotransmitter eingeteilt. Anschließend wurde Ihnen erklärt, dass die Arbeitsgruppe sich das Thema Neurodidaktik selbst erschließen soll und wir uns alle wieder nach 80min im Seminarraum treffen. Alles, was sie benötigen, ist das iPad und das App Scan. Mehr Informationen gab es nicht. Damit schickten wir sie zu den Büroräumen unseres Lehrstuhls, wo das rechts abgebildete Plakat hing.

Hinter diesen QR-Codes standen Hinweise wie „Suchen Sie in der Bibliothek das Buch Neurodidaktik von Ullrich Hermann“. Also wanderte eine Gruppe zur Bibliothek, fand via OPAC den Standort des Buchs heraus und dort einen weiteren QR-Code mit einem Arbeitsauftrag.

Anschließend ging die Gruppe zur Bibliothekarin, die eine Frage zum Text stellte. Die richtige Antwort wurde zur Freude der StudentInnen mit Gummibärchen oder ähnlichen Süßigkeiten belohnt. Danach legte die Bibliothekarin der Arbeitsgruppe einen QR-Code zum Scannen hin. Dort fand sich der Hinweis auf die nächste Station. Zusätzlich bekamen die StudentInnen Buchstaben genannt, die sie sich notieren sollten.

Nach diesem Schema waren insgesamt sechs Arbeitsstationen im Haus eingerichtet. Neben dem Lesen eines Textes (1) wurde ein Audio- (2) und ein Videopodcast (3) aus eigener Produktion aus den Vorsemestern sowie ein Youtube-Video zur Neurodidaktik (4) angesehen. Darüber hinaus führten die Arbeitsgruppen über Evasys eine Straßenumfrage (Losung „neuro“) (5) an der benachbarten Fachhochschule durch und erstellten konkrete Beispiele zum methodischen Einsatz der Neurodidaktik und speicherten diese in ein gemeinsam bearbeitetes Dokument (über willyou.typewith.me).

Im Anschluss an jede Station gab es Kontrollpunkte wie den der Bibliothekarin, an dem mit einfachen Fragen überprüft wurde, ob die Station bearbeitet wurde und an dem es immer kleine Belohnungen in Form von Süßigkeiten gab.

Nach 80min kamen gut gelaunte TeilnehmerInnen zur Abschlussbesprechung zurück. Vier Arbeitsgruppen schafften fünf Stationen, zwei schafften vier Stationen. Das Lösungswort, das aus den Buchstaben der Stationen gebildet werden konnte, wurde dennoch gelöst (Hippocampus). In der Abschlussbesprechung wurde das Evasys-Befragungsergebnis und die Ergebnisse des Typewith.me-Pads kurz besprochen.

Der Vorbereitungsaufwand von ca. acht Stunden beinhaltet die Auswahl der Lernmaterialien, Arbeitsaufträge schreiben, QR-Codes erstellen, ausdrucken und laminieren, Dokumente online verfügbar machen, Evasys-Umfrage anlegen, sechs Kollegen im Haus finden und informieren, Süßigkeiten einkaufen, Stationen auf- und hinterher wieder abbauen. Wobei die Auswahl der Lernmaterialien den höchsten Aufwand darstellen. Den Mehraufwand gegenüber einer regulären Seminarsitzung würde ich mit vier Stunden beziffern, die sich über einen Zeitraum von zwei Wochen verteilt haben.

Fazit aus meiner Sicht

  • Die Methode eignet sich gut zu Beginn des Semesters, um die TeilnehmerInnen an die iPads heranzuführen.
  • Die iPad-Rally fördert den Austausch der TeilnehmerInnen untereinander und stärkt das Gruppengefühl (wäre auch ohne iPads mit einer Schnitzeljagd erreichbar).
  • Die Nutzung der iPads gegenüber einer herkömmlichen Schnitzeljagd hat den Vorteil, dass Lernmaterialien einfach zur Verfügung gestellt werden können und die Stationen im Grunde nur aus dem QR-Code bestehen (der auch in der Öffentlichkeit ausgehängt werden kann, ohne dass es gleich heruntergerissen wird).
  • Inhaltlich kann man mit dieser Methode nicht die gleiche Menge an Stoff durchnehmen, es muss reduziert werden. In einer regulären Seminarsitzung kann man in der gleichen Zeit sicherlich mehr Stoff bearbeiten.
  • Die Methode fördert eine hohe Teilnehmeraktivität. Zum einen viel Bewegung, zum anderen eine selbstständige Auseinandersetzung mit dem Lernstoff. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass der (gegenüber einer regulären Seminarsitzung reduzierte) Stoff damit automatisch besser hängenbleibt. Der Einsatz von multimedialen Elementen ist vermutlich abwechslungsreicher und motivierender als das bloße Lesen von Texten.
  • Die Methode ist ein schöne Abwechslung zum normalen Seminaralltag, eignet sich aber nicht für den regelmäßigen Einsatz (einmal pro Semester bzw. pro Schuljahr scheint genug).
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iPad oder Laptops?

iPad oder Laptops? Diese Frage höre ich öfter. Meine Antwort ist ein entschiedenes „Kommt darauf an.„. Mein eigener Kontext sind berufliche Schulen, die näher als alle anderen Schularten an der beruflichen Wirklichkeit sind. Und in denen häufig Spezialsoftware verwendet wird, die auf iPads nicht funktioniert.

Spiegel online – Schlagt die Rechner auf

Aber auch für nicht berufliche SekI/II-Schulen lässt sich diese Frage nicht klar beantworten. Im Spiegel Online-Artikel „Schlagt die Rechner auf“ wird – trotz journalistischer Fehlleistung (dänische Einzelschule vs. deutsche Schulen im Generellen) – deutlich, dass die Entscheidung nicht zwangsläufig fürs iPad ausfallen muss. Nach einer Testphase mit iPads kam die Schule zum Schluss, dass Laptops für sie besser geeignet sind.

Aber nicht nur die Dänen experimentieren papierlos. Der Artikel des na-presseportal zum digitalen Abitur zeigt, dass man in Schloss Neubeuern schon einen Schritt und drei Jahre weiter ist. Hier werden sogar die Abiturprüfungen digital geschrieben. Ich konnte mir vor einem halben Jahr bei einem Besuch der Schule ein eigenes Bild vom digitalen Unterricht machen. Der Umgang der Lehrer und Schüler mit den Rechnern läuft beeindruckend flüssig. Leider konnte mich der pädagogische Einsatz weniger überzeugen.

na Presseportal – 30 Schüler bereiten sich erstmals auf digitales Abitur vor

Zitat aus dem Artikel: In den Klassenzimmern stehen eigens entworfene, ergonomische Tische mit Docking-Stationen, in den Projekträumen ein schnelles, nach Bedarf freischaltbares Funknetzwerk zur Verfügung, hochauflösende 3D-Beamer werfen Tafelbilder an die Wand. Das stimmt alles. Verschwiegen wird, dass diese „ergonomischen“ Tische fest in Frontalunterrichtsposition verankert sind. Pädagogisch wohl eher suboptimal.

Sind die Dänen also doch weiter? Zitat aus dem Spiegel Artikel: Wir haben beim Inhalt angefangen und uns nicht bloß mit modernen Geräten ausstatten lassen. Diese Denkweise gefällt mir. Und so sollte auch die Entscheidung angegangen werden, wenn die Frage lautet: iPad oder Laptop?

Übrigens, egal ob iPad oder Laptop, das komplette Umstellen einer Schulklasse auf Digital halte ich für einen großen Fehler. Ich denke, digitale Medien können eine sinnvolle methodische Ergänzung im Unterricht darstellen, wenn sie dosiert eingesetzt werden. Mehr als 10-20% Anteil am Gesamtmethodenmix halte ich für problematisch.

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VPP – Volumenlizenzen fürs iPad

In den Schulferien versteckt und in meiner Wahrnehmung völlig untergegangen führt Apple Anfang September nach einer gefühlten Ewigkeit das Volume Purchase Program VPP in Deutschland ein.

Volume Purchase Program

VPP ermöglicht es, 20 Lizenzen eines Apps oder mehr auf einmal zu kaufen. Also etwas, was zuvor im regulären App-Store gänzlich unmöglich war. Vorbei die Zeiten, wo sich Administratoren ein App 20x einzeln kaufen und per Email selbst schenken mussten. Vorbei auch die Zeiten, wo jeder Redeemcode tatsächlich eingelöst werden musste, um einen gültigen Lizenznachweis zu haben. Und vorbei auch die Zeiten der Ungewissheit, wie man bei diesem Schlamassel die Lizenzbedingungen einhalten soll, denn Apple gibt dieses Mal Informationen nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sondern schriftlich mit dem iOS Education Deployment Guide heraus.

Dieser zeigt umfassend und einfach verständlich, wie die Softwareverteilung zukünftig funktioniert. Zwei grundlegende Deploymentmodelle sind möglich: Das Personal Ownership Model und das Institutional Ownership Model. Es geht also darum, wem das über VPP gekaufte App am Ende gehört.

So eignet sich das Personal Ownership Model für BYO-Settings. Die Schule beschafft die im Unterricht benötigten Apps zentral über VPP und erhält ab einer Bestellmenge von 20 Apps einen 50% Rabatt. Die Verteilung erfolgt über Redeemcodes, die die Schüler über ihren persönlichen iTunes Account einlösen. Das App ist damit im Besitz der Schüler und kann auch am Schuljahresende nicht mehr an die Schule zurückgegeben werden. Bei diesem Modell dient das VPP also einzig dem günstigeren Einkauf, sprich eine Sammelbestellung.

Das Institutional Ownership Model behält die gekauften Apps im Besitz der Bildungsinstitution. Von 20 Redeemcodes wird lediglich einer verwendet, um ein Master-iPad zu bestücken, dessen Backup anschließend auf alle weiteren iPads gespiegelt wird. Der Deployment Guide liefert viele gute Tipps, in welcher Reihenfolge und mit welchen Einstellungen das „Imaging“ durchgeführt wird. Die verbleibenden 19 Redeemcodes genügen als Lizenznachweis: For app purchases, education institutions have the option of redeeming one app code per iTunes authorized computer, or “sync station,” and retaining the rest of the codes as proof of purchase. (iOS Education Deployment Guide, S. 20) . Somit spart man sich gegenüber der früheren Verfahrensweise das Anlegen einer entsprechenden Anzahl von Dummy-Accounts in iTunes.

Auch ein Mischmodell ist möglich, das sogenannte Layered Ownership Model. Dies ist im Grunde ein Institutional Ownership Model als Basis. Werden die iPads den Schülern als Leihgeräte auch mit nach Hause gegeben, können diese nicht nur die Apps der Bildungsinstitution verwenden, sondern über einen eigenen iTunes-Account zusätzliche Apps auf das Gerät spielen und nutzen. Das Synchronisieren mit einem eigenen Computer funktioniert allerdings nicht. Die iPads bleiben an die Sync Station der Bildungseinrichtung gekoppelt.

Apple weist im Deployment Guide übrigens mehrfach darauf hin, dass sowohl beim Institutional als auch beim Layered Ownership Model die Verwendung der iCloud nicht erlaubt ist.

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Weitere Schulprojekte mit Tablets

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres meldet sich auch dieser Blog wieder aus der Sommerpause zurück. Unser iPad-Seminar startet zwar erst wieder Mitte Oktober mit dem Beginn des Wintersemesters, bis dahin gibt es aber weitere interessante Projekte.

An der Berufsschule Mühldorf startet ein Tablet-Projekt mit 30 Motorola Xoom2 Geräten in einer Klasse mit MFA-Auszubildenden (Medizinische Fachangestellte, zweites Ausbildungsjahr, Laufzeit 1/2 Jahr). Das Projekt wird von einer TUM-Studentin im Rahmen der Masterarbeit durchgeführt und vom Lehrstuhl für Pädagogik betreut. Im Blog xoomtum.wordpress.com werden die Erfahrungen dokumentiert. Ich bin gespannt, wie sich das Android-Tablet hinsichtlich des Deployments, der Laufstabilität und der Usability schlägt.

Ein weiteres Projekt steht in den Startlöchern. An der TUM Referenzschule Phorms Education München ist die komplette achte Jahrgangsstufe Gymnasium ab diesem Schuljahr mit dem iPad3 ausgestattet (BYO, 1:1). Der Rollout began bereits zum Ende des letzten Schuljahres. Der Lehrstuhl für Pädagogik berät die Lehrkräfte hinsichtlich des didaktischen Einsatzes der iPads. Die Schule ist auch sonst technisch gut ausgestattet, alle Klassenzimmer verfügen über Smartboards sowie nun auch AppleTV. Es wird spannend zu sehen, in welchen Unterrichtsszenarien sich die Tablets und in welchen die Smartboards bewähren.

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Videopodcast PISA

Im Anschluss an das Videopodcast Berufsbildung in anderen Ländern stelle ich ein weiteres sehenswertes Videopodcast unserer Studenten Marina Mehringer und Jochen Knorz zum Thema PISA vor. Im Interview mit Prof. Dr. Manfred Prenzel, deutscher PISA-Koordinator an der TUM School of Education, fragen die beiden nach den Chancen der bekannten Vergleichsstudie für das deutsche Bildungssystem und entlocken dem PISA-Forscher Anmerkungen über die Forschungsmethodik, G8, Berufsbildungspisa und Sozialkompetenzmessung.

Auch dieses Podcast wurde völlig selbstständig und ohne Hilfestellung erstellt. Das iPad erweist sich durch seine Vielseitigkeit und seine intuitive Bedienung als ein produktiver Helfer.

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Videopodcast Berufsbildung in anderen Ländern

Im Rahmen unseres Seminars erstellen die Teilnehmer Videopodcasts zu den Seminarthemen. Die Produktion des Podcasts erfolgt ausschließlich mit dem iPad, sprich die Aufzeichnung über die integrierte Kamera und der Schnitt mittels iMovie. Die TeilnehmerInnen erhalten keine gesonderte Einführung in diese Applikationen. Hilfreich sind die Vorerfahrungen mit den Videotutorials. Die Vorgabe für das Videopodcast lautet ca. 10min Dauer (das Problem ist eher das Kürzen) sowie das Interviewen eines Experten. Ansonsten sind die Teilnehmer frei in der Gestaltung.

Das erste Videopodcast aus diesem Semester, dass ich vorstellen möchte, behandelt das Thema Berufsbildung in anderen Ländern. Wirft man den Blick auf ein fremdes Bildungssystem, schärft man die Sinne für das eigene Bildungssystem. Die Autoren M.H. und J.L. interviewen eine Englisch-Dozentin der LMU München, Frau Dr. Gillian Woodman, und befragen sie nach ihrer Erfahrung und Einschätzung der Berufsbildung in England.

Von Seiten der Dozenten war keine Hilfestellung notwendig. Die beiden Studenten erarbeiteten selbstständig das Drehbuch, organisierten die Expertin, drehten und schnitten die Aufnahmen. Das bedeutet nicht, dass alles reibungslos ablief. Zum ersten Mal stoßen wir aufgrund vieler Filmaufnahmen auf die Kapazitätsgrenzen von 16 GB Speicher im iPad. Das Exportieren aus iMovie bereitete Kopfzerbrechen und auch der Datentransfer von Student zu Dozent verlief (mal wieder) nicht problemlos.

Insgesamt ein sehr gut gelungenes Podcast und ein schönes Beispielszenario für Unterricht und Lehre, in der das iPad einen Trumpf ausspielen kann, den tatsächlich nur Tablets bieten: Alles in einem Gerät.

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Das Dozenten iPad

Eigentlich war heute im Seminar ausnahmsweise kein iPad-Einsatz geplant. Doch dann rückte es doch in den Mittelpunkt: Das Schokoladen-iPad. Herzlichen Dank an Herrn Knorz und die KommilitonInnen für diese nette Überraschung, ich weiß das sehr zu schätzen.

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Onlinelernen mit dem iPad

Zuletzt bearbeiteten unsere Studenten das Thema Gefährdungslagen an Schulen im Rahmen einer Onlinelernphase. Der Fokus lag auf der Problematik der School Shootings.

Um diese Onlinelernphase zu ermöglichen, entfiel ein Präsenztermin zugunsten eines Zweiwochen-Zeitfensters, in dem die Teilnehmer in 4er Teams eigenständig und zeitlich flexibel eine Arbeitsaufgabe zu lösen hatten. Die Aufgabe bestand zunächst in der eigenständigen Einarbeitung in das Thema. Hierfür stellten wir auf der Lernplattform Texte und Podcasts zur Verfügung, letztere übrigens in Vorsemestern von Studenten erstellt. Jedes Team bekam einen eigenen ausgewiesenen Themenexperten zugeteilt. Dieser sollte nach der Einarbeitung kontaktiert und von der Gruppe zu seinen Erfahrungen mit diesem Thema befragt werden. Dazu musste ein Gesprächstermin und ein geeignetes Kommunikationsmedium vereinbart werden. Nach dem Gespräch sollte die Onlinelernerfahrung im Seminarforum reflektiert werden. In einer abschließenden (Präsenz-)Seminarsitzung tauschten sich die Teams untereinander über die gewonnenen Erfahrungen aus und reflektierten diese gemeinsam mit den Dozenten und einer Lehrkraft unserer Universitätsschule.

Die Herangehensweise der Teams verlief sehr unterschiedlich. Während ein Team sich für eine Audiokonferenz via Skype entschied, führte ein anderes ein Videogespräch und die dritte Gruppe traf sich kurzerhand persönlich mit der Expertin. Die Teilnehmer reflektierten ihre Onlineerfahrung anschließend im Seminarforum.

Aus dieser Rückmeldung, einigen Einzelgesprächen mit den Studenten und den Beobachtungen des Dozenten während der Onlinelernphase ergibt sich hinsichtlich der iPads ein positives Bild. Die zur Verfügung gestellten Lernmaterialien konnten einfach mit dem iPad geladen und betrachtet werden. Sowohl die Audio- als auch die Videokonferenz wurde ohne technische Probleme über ein iPad geführt. Kommentar eines Kommilitonen hierzu: Geile Technik! Das Team mit der Videokonferenz zeichnete darüber hinaus das Gespräch mit einem zweiten iPad auf und schnitt daraus eine Zusammenfassung, die wir im Seminar anschauen konnten (siehe auch Bild). Hierdurch wurde die Ergebnispräsentation eindrucksvoll unterstützt. Auch die anderen Präsentationen mittels Popplet boten eine gute Orientierung in der Präsentation. Kritisch angemerkt wurde die Kombination iPad und Moodle, die leider nicht immer reibungslos funktioniert.

Vergleiche ich diese Onlinelernphase mit vergangenen, ist zudem hervorzuheben, dass es keine technische Panne gab. Zumindest keine, bei der ein Dozent eingeschaltet wurde. So einfach und unauffällig verlief die Onlinelernphase noch nie.

Hinsichtlich der iPads habe ich das Gefühl, dass die Teilnehmer in den relevanten Workflows nach nunmehr drei Monaten routiniert geworden sind und das iPad effektiv und effizient für sich nutzen können.

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iPads auf der Material- und Ideenbörse MIB 2012

Am Freitag, den 6.7.,  führt der Lehrstuhl für Pädagogik wieder die Lehrerfortbildung Material- und Ideenbörse MIB für Lehrkräfte an beruflichen Schulen durch. Wir erwarten ca. 350 Lehrkräfte und laden zu einer breiten Palette an Workshops, Vorträgen und Ausstellungsbeiträgen ein.

Im Rahmen dieser Veranstaltung bieten wir dieses Jahr den Workshop iPads im Unterricht an. Apple stellt uns hierfür freundlicherweise 30 iPads zur Verfügung. Anhand von beispielhaften Unterrichtsszenarien erhalten die Teilnehmer einen Überblick über pädagogische Einsatzmöglichkeiten des Apple-Tablets. Der Workshop dauert ca. 50min und wird nach derzeitigem Planungsstand 3x angeboten: um 10:30 Uhr, 11:30 Uhr und 14:30 Uhr.

Eine Anmeldung zur MIB ist nicht erforderlich, eine Teilnahmebescheinigung wird ausgestellt. Weitere Informationen zur MIB (Anreise, Verpflegung, Programm) erhalten Sie auf unserer Lehrstuhlhomepage. Im FIPS ist die Fortbildung unter der Kennung E227-0/12/TUM-MIB2012 zu finden.

Wir freuen uns auf Sie!

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Diskussion zu Pädagogik 2.0

In einer der letzten Seminarsitzungen diskutierten wir das Thema Pädagogik 2.0. Diese Wortschöpfung steht sinnbildlich für die Verbindung der Pädagogik mit neuen Medien. Der Einsatz von Tablets im Unterricht war der Dreh- und Angelpunkt der Diskussion.

Als Experte war Herr Walter Janka, Lehrer an der BS Neumarkt und eine bekannte Größe in diversen iPad-Blogs, im Seminar eingebunden. Passend zum Thema Pädagogik 2.0 wurde Herr Janka via Skype-Videogespräch ins Seminar zugeschaltet. Das Gespräch wurde im Seminarraum über ein iPad auf einem Ständer durchgeführt und via Apple TV auf den Beamer übertragen. Technisch funktionierte dies einwandfrei. Es fühlte sich so an, als ob Herr Janka tatsächlich vor Ort war.

Die Diskussion durchlief diverse Themenbereiche und Fragestellungen wie zum Beispiel den konkreten iPad-Einsatz an der BS Neumarkt, die Reaktion der Kollegen, Finanzierungsmodelle, notwendige (Netzwerk-)Ausstattung sowie rechtliche Hürden, z.B. Nutzung von Smartphones im Unterricht, Urheberrecht oder Datenschutz.

Nachdem unsere Studierenden nunmehr eineinhalb Monate eigene Erfahrungen mit dem iPad sammeln konnten, war es insbesondere interessant zu hören, wie sie den Einsatz von Tablets in Unterricht und Lehre einschätzen. Hier zeichnet sich eine durchaus kritische Haltung bei gleichzeitiger Offenheit ab. Während beispielsweise der Verzicht auf Papier in der Lehre gelobt wird, werden Bedenken hinsichtlich des iPad-Einsatzes in Berufsschulklassen bestimmter Berufsgruppen, beispielsweise Spengler, geäußert. Interessant war auch die grundsätzliche Frage, wie sich Lerninhalte durch die Verfügbarkeit neuer Medien ändert oder verändern müssen. Am Beispiel der Kurvendiskussion in der Mathematik entbrannte sich die generelle Frage, was Schüler noch „zu Fuß“ selbst berechnen müssen und was der Computer übernehmen darf. Dies sind nur ein paar Facetten des Meinungsaustausches.

Für mich persönlich am spannendsten war die Frage, wie der optimale Medieneinsatz im Unterricht aussehen könnte. Herr Janka betonte hier weder eine bestimmte Geräteklasse, noch die häufig beschworenen 1:1 Settings. Vielmehr verwies er darauf, dass Lehrer wie  Schüler im Idealfall selbst entscheiden können, welches Medium sie zur Bewältigung der aktuellen Lernsituation einsetzen. So kann es vorkommen, dass bei einem Brainstorming einige Schüler mit dem iPad, andere am Laptop und wieder andere mit Papier und Bleistift arbeiten. Dieses Szenario ist natürlich nur möglich, wenn unterschiedliche Medien regelmäßig im Klassenzimmer verfügbar sind, anstelle beispielsweise in einen Computerraum wechseln zu müssen (das ist heute leider der Standard). Der limitierende Faktor ist jedoch nicht immer nur die Technik oder das Geld, sondern häufig auch der/die Lehrer/in. Wo ein Wille ist, da finden sich Wege, im Unterricht Pädagogik 2.0 durchzuführen, so Janka. Welches mobile Endgerät nun letztlich eingesetzt wird, ist nicht die zentrale Frage: Ob Laptops, Smartboards, Tablets oder Smartphones, alle Geräteklassen haben ihre Stärken und Schwächen, die es zu nutzen gilt.

Alles in allem war es eine runde Seminarsitzung mit spannenden Eindrücken aus der Praxis. Danke, Herr Janka.

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Videotutorials für das iPad

Im Rahmen unseres Seminars erarbeiten sich die TeilnehmerInnen die Bedienung des iPads selbstständig. Dies scheint in Anbetracht dessen, dass selbst Kinder die Benutzung verstehen, keine große Aufgabe. Doch es gibt gerade für Windowsnutzer ungewohnte Arbeitsabläufe, die erst erschlossen und eingeübt werden müssen. Hinzu kommen die spezifischen unversitätseigenen Systeme wie die Eduroam-Einrichtung, NAS-Laufwerk oder Exchange Account. Von Dozentenseite erfolgt außer einer generellen Einführung (<60min) bei der ersten Ausgabe der Geräte keine weitere Instruktion, wobei die Dozenten selbstverständlich bei Fragen immer zur Verfügung stehen.

Um den Studierenden dennoch einige Einstiegspunkte zu geben und die drängendsten Fragen zu klären, erhielten sie den Arbeitsauftrag, kurze Videotutorials selbst zu erstellen. Dies führte neben der vertieften Auseinandersetzung mit einem Teilaspekt des iPads dazu, sich gleichzeitig in der Produktion von Lerninhalten zu üben. Eine Aufgabe, die in Zukunft für Lehrer und Schüler an Bedeutung gewinnt. Und natürlich profitiert das gesamte Seminar von den Tutorials.

Die Ergebnisse sind ausgezeichnet. Und auch der Lerneffekt ist aus meiner Sicht groß: Alleine die Erkenntnis, dass ein 2min Tutorial mitunter zwei Stunden Zeit für die Erstellung kosten kann. Das Hören und Ertragen der eigenen Stimme und auch das Leben mit einem (aus eigener Sicht) nicht perfekten Ergebnis. Und selbstverständlich die technischen Skills, das Tutorial zu erstellen.

Dass es dabei nicht immer Ernst zugehen muss, zeigt das folgende Video:

Alle Tutorials sind auf dem Vimeokanal iPad Tutorials zu finden. Wir planen, diesen Tutorialpool in den kommenden Semestern kontinuierlich zu vergrößern.

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Popplet Update mit Folgen

Eine sehr spannende Seminarsitzung zum Thema PISA mit unserer Expertin Dr. Christine Sälzer (National Project Manager für PISA) wurde iPad-technisch von einer Panne begleitet, die mich doch sehr ärgert.

Zum Einstieg sollte eine Ideensammlung  „Vorurteile zu PISA“ durchgeführt werden. Dies sollte in Kleingruppen mit dem App Popplet erfolgen. Die Besonderheit sollte sein, dass alle Arbeitsgruppen dasselbe Popplet bearbeiten und so schon in der frühen Phase von den Ideen der anderen Gruppen profitieren bzw. sich gegenseitig ergänzen.

Es funktionierte nicht und so wurde die Methode stattdessen klassisch mit Stiften und Flipchart durchgeführt – ohne die gewünschte arbeitsgruppenübergreifende Zusammenarbeit. Ein Bug im Popplet-Update verhinderte die kollaborative Nutzung des Apps (Änderungen des Popplets wurden auf den anderen iPads nicht angezeigt). Noch zwei Tage davor testete ich das App direkt im Seminarraum, also unter Realbedingungen mit fünf iPads. Alles funktionierte. Ein Tag später kam dann ein Update. Never touch a running system.. Es war ein Fehler, dieses zu installieren. Dass es am Update liegt, sieht man übrigens überdeutlich: Ein einzelnes iPad hat das Update nicht installiert – das funktioniert.

Das Update-Malheur passiert uns anscheinend öfter: Zuletzt bei eClicker, das App crasht nach einem Update, sobald eine Liveabfrage gestartet wird. Ganz ehrlich, solche Erfahrungen kratzen für mich am Nimbus des ach so stabil laufenden iPads.

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iPad-Rallye

Im der heutigen Seminarsitzung veranstalteten wir eine iPad-Rally zum Thema Inklusion. Man könnte es auch Moderne Schnitzeljagd oder Bewegter Lernzirkel nennen.

Sechs Stationen verteilten sich über das gesamte Lothstraßengebäude, die es für die TeilnehmerInnen zu finden galt. Die Lernmaterialien waren hinter QR-Codes hinterlegt, die sich wunderbar verstecken lassen. Zusätzlich zu den Lernstationen wurden Hinweise auf die Stationen im Haus verteilt, ebenfalls in Form von QR-Codes, die dafür sorgten, dass die Stationen gefunden und in einer definierten Reihenfolge durchlaufen werden.

An den verschiedenen Lernstationen mussten beispielsweise Texte gelesen und ein Video angesehen werden. Im Internet sollten Informationen recherchiert und als Social Bookmark auf die Seite www.edutags.de abgelegt werden. Eine weitere Station beinhaltete eine Straßenbefragung von Passanten via Evasys, die wegen des Regens nach innen verlegt wurde (zum Glück laufen auch hier genügend Personen umher).  Eine andere Station initiierte ein Skypegespräch mit der Schulberatungsstelle in München, wofür sich freundlicherweise die Leiterin Frau Dr. Ulbricht zur Verfügung stellte.

Die Studierenden wurden in kleine Teams zu zweit oder dritt eingeteilt. Jedes Team bekam zum Start einen Hinweis auf eine andere Lernstation. Die Lernstationen enthielten mindestens drei QR-Codes: An oberster Stelle die Quelle, sprich ein Text, ein Video oder eine Arbeitsanweisung. In der Mitte das Tracking, hier wurden die Studenten auf die Plattform www.moreganize.ch gelenkt; auf diese Weise konnten die Dozenten live mitverfolgen, welches Team welche Station absolviert hatte. Der untere Code gab dann den Hinweis auf die nächste Station. Zwischen den Stationen führten die Hinweise regelmäßig in Büros von Mitarbeitern, bei denen es kleine Süßigkeiten oder Brezeln gab. Kleine Notiz für mich selbst für die nächste Rally: Süßigkeiten nur bei richtiger Beantwortung einer Frage zur vorhergehenden Lernstation.

Nach 60min fanden sich alle TeilnehmerInnen wieder im Seminarraum zu einer abschließenden Diskussion ein, die wie so oft viel zu kurz ausfiel. Dennoch, die Studierenden fanden offensichtlich viel Gefallen an dieser Methode. Alles in allem funktionierte es erstaunlich gut für den ersten Durchlauf und wir sammelten wertvolle Erfahrungen bzgl. der zeitlichen Planung der Stationen.

Für die Erstellung der QR-Codes empfehle ich die Seite http://goqr.me/de/. Dort können die Codes einfach und in der richtigen Größe generiert werden. Der Arbeitsaufwand für die Vorbereitung einer regulären Seminarsitzung beträgt bei mir ca. 2-3 Stunden. Bei dieser iPad-Rally hatte ich einen Mehraufwand von ca. 8 Stunden für das Erstellen der QR-Codes, Ausdrucken, Laminieren, Auf-und Abbau, Informieren der Kollegen und Helfer. Die Materialien sind dafür so aufbereitet, dass sie wieder verwendet werden können.

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Live-Abfragen und Präsentation im Seminar

In der heutigen Seminarsitzung behandelten wir das Thema Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und hatten mit Herrn Meyer-Huppmann einen kompetenten Experten aus dem Kultusministerium zu Gast.

Erneut erfolgreich eingebunden wurde eine Live-Abfrage über Evasys. Zu Beginn stellten wir zwei Wissensfragen zum Thema und diskutierten die Ergebnisse, die unmittelbar zur Verfügung standen. Der Vorteil dieser Methode ist die Aktivierung bei gleichzeitig anonymer Einbindung aller TeilnehmerInnen.

Für den weiteren Verlauf des Seminars war eine zweite Abfrage von persönlichen Meinungen geplant, die man nicht offen abfragen kann. Leider versagte das App eClicker seine Dienste. Die Clients konnten sich nicht mit dem Host verbinden. So fiel diese Befragung aus. Die Rückfrage beim Hersteller brachte die Auskunft, dass das App durch einen Bug ständig crashed und deshalb vorübergehend aus dem App-Store genommen wurde. Keine gute Werbung für den Hersteller BigNerdRanch, der sich das App mit 8€ bezahlen lässt.

Der Grund, warum die zweite Live-Abfrage über das App eClicker und nicht über das Evasys-System laufen sollte, liegt in der Flexibilität. Bei eClicker kann man aus einem selbst vorbereiteten Pool von Fragen spontan die auswählen, die man stellen möchte. Darüber hinaus kann man auch ad hoc relativ zügig eine neue Frage eingeben. Diese Spontanität bringt Evasys nicht mit.

Schon zum Standardeinsatz gehört die Präsentation von Inhalten über das AirPlay-Mirroring auf den Beamer. Dabei fällt mir mehr und mehr auf, dass wir von der bislang intensiven Nutzung von Präsentationssoftware wie PowerPoint oder Keynote abrücken. Viel häufiger passiert es, dass ad hoc eine Webseite oder ein PDF oder ein einzelnes Video im entsprechenden App direkt gezeigt wird. Heute erhielt ich beispielsweise erst kurz vor dem Seminar ein PDF mit aktuellen Zahlen aus dem JoA-Bereich, das wir im Seminar einbanden und diskutierten. Das PDF enthielt sehr viele Informationen und war in der Vollseitenansicht kaum lesbar. Ähnlich der Animationsfunktion von Prezi zoomten wir im GoodReader bei Bedarf hinein oder für die Gesamtübersicht wieder hinaus. Praktisch!

Einzig lästig bei der Verwendung des AirPlay-Mirrorings im Bildungsbereich ist das bekannt bunte AppleTV-Menü mit aktuellen DVD-Tipps, dass ständig zu sehen ist. Sinnvoll wäre, wenn man stattdessen ein eigenes Motiv (z.B. das Institutslogo) oder einen schwarzen Bildschirm einstellen könnte.

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iPad im Lernzirkel

Im Rahmen einer Lehrveranstaltung des TUMpaedagogicum führen die Kollegen einen Lernzirkel zum Thema Unterrichtsvorbereitung durch. Zwei der elf Lernstationen sind „technisiert“ und waren bisher mit jeweils einem Laptop bestückt. Die eine Station zeigt zwei Kurzfilme, die andere eine Präsentation zum Durchklicken.

Die Laptops wurden nun durch Tablets ausgetauscht. Das Lehrkonzept bleibt unverändert bestehen, die Tablets substituieren lediglich die Laptops. Ich habe die Kollegen nach ihrem Eindruck gefragt.

Positiv wird der wegfallende Aufwand der Verkabelung genannt. Zum einen aufgrund der hohen Akkulaufzeit: Die iPads müssen selbst zwischen den Lehrveranstaltungen nicht geladen werden (der Lernzirkel wird in insgesamt sieben Veranstaltungsgruppen á 90min wiederholt). Zum anderen wegen der höheren Flexibilität beim Aufbau des Lernzirkels im Seminarraum: Die iPad-Stationen müssen nicht in Steckdosennähe stehen.

Ebenfalls positiv wird der unkomplizierte Umgang genannt. Einschalten. Läuft. Die Bedienung ist intuitiv und einfach. Es treten keine technischen Störungen auf.

Kritisiert wird der höhere Ablenkungscharakter des iPads. Einige Studierende leben ihren Spieltrieb aus und versuchen ins Internet zu kommen oder testen inhaltsfremde Apps.

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Popplet in der Seminarsitzung

In der heutigen Seminarsitzung besprachen wir das Thema Qualitätsmanagement an beruflichen Schulen. Mit im Seminar hatten wir als externen Experten Herrn Peter Stengel von der Universitätsschule (Berufsschule für Fertigungstechnik München), seines Zeichens Qualitätsbeauftragter.

Im Verlauf des Themeneinstiegs setzten wir das App Popplet ein. Im Anschluss an die Frage, was Qualität an Schulen überhaupt ist, sollten die TeilnehmerInnen in Arbeitsgruppen Qualitätsbereiche von Schulen identifizieren, hierfür Qualitätsziele und Indikatoren zur Messung dieser Ziele benennen. Mit Hilfe von Popplet wurde dieses Brainstorming visualisiert.

Erklärungen für das App gab es keine. Die TeilnehmerInnen fanden sich sofort zurecht. Die einzelnen Arbeitsgruppen stellten anschließend die Ergebnisse via Airplay/AppleTV auf dem Beamer vor. Auch dies funktionierte reibenlos und – bemerkenswert – ganz natürlich. Als hätten wir es nie anders gemacht. Wobei tatsächlich, in diesem Semester haben wir es auch noch nie anders gemacht..

Im direkten Vergleich mit MindMeister würde ich derzeit Popplet bevorzugen. Zwar wirkt MindMeister in der Darstellung seriöser und strukturierter, Popplet ist dagegen intuitiver in der Bedienung und ermöglicht hierarchiefreie Darstellungen. Die Möglichkeiten der kooperativen Zusammenarbeit bei Popplet haben wir heute nicht getestet.

Bewertung des Apps:

  • gut zur Ergebnisvisualisierung
  • schnell einsetzbar
  • auch für komplexe Darstellungen geeignet

Neben Popplet nutzen wir in dieser Seminarsitzung ständig die drahtlose Beamerverbindung via AppleTV, um z.B. über GoodReader ein PDF zu zeigen oder über Timer+ die Gruppenarbeitszeit anzuzeigen. Zum Schluss der Sitzung schalteten wir über Skype meine Kollegin Laura Flacke aus Augsburg hinzu, um gemeinsam über die nun folgende Onlinelernphase zu informieren.

Alles in Allem eine runde Seminarsitzung mit einem guten Medieneinsatz.

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Artikel „iPads in der Lehrerausbildung“ im Newsletter der TUM School of Education

Im Newsletter der TUM School of Education (Ausgabe April 2012) gibt es auf Seite 7 einen kurzen Artikel zu unserem iPad-Seminar.

zum Lesen anklicken

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