Neuer Blog „Bring your own device“

Ich starte einen neuen Blog im Themenfeld Lernen mit digitalen Medien und lade alle Interessierten ein, mir dort zu folgen:

http://byodtum.wordpress.comBYOD – bring your own device
Der Einsatz von mobilen Endgeräten in Schule und Universität

byodtum.wordpress.com

In diesem Blog stelle ich Methoden für die Hochschullehre zur Diskussion, die sich in einem BYOD-Setting realisieren lassen. Bei BYOD – Bring your own device nutzen die Studierenden ihre eigenen Smartphones, Tablets oder Laptops in der Lehrveranstaltung. Die eigenen Geräte bieten maximale Flexibilität in Seminaren und Vorlesungen: Kabellos durch lange Akkulaufzeiten, in Sekundenschnelle einsatzbereit (instant-on) und in der Bedienung vertraut.

Die im Blog ipadtum.wordpress.com vorgenommene Einengung auf das iPad scheint mir nicht mehr zeitgemäß. Meine Vorträge und Schulungen sind bereits neu ausgerichtet, nun folgt der Blog. Beruflich bedingt ist der Fokus des neuen Blogs stärker auf Studierende und die Hochschulen gerichtet. Gleichwohl lassen sich die meisten Methoden auch mit Schülern durchführen.

Ich freue mich auf die Diskussion mit Ihnen.
Michael Folgmann

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Datenschutz in Schulen

Handreichung LMZDie Datenschutzdiskussion an Schulen poppt in Zeiten der Tabletklassen mittlerweile regelmäßig an die Oberfläche. Spiegel Online berichtet „Baden-Württemberg verbietet Lehrern Facebook-Nutzung„. Ausgangspunkt des Artikels ist eine Handreichung des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg zum Einsatz von Sozialen Netzwerken an Schulen.

Darin wird zwar die Behandlung des Themas Soziale Netzwerke im Unterricht erlaubt, von der dienstlichen Nutzung sozialer Netzwerke allerdings abgeraten. Namentlich werden Facebook, Google+, StudiVZ und Twitter aufgezählt. Gemeinsam ist diesen Anbietern, dass sie Server außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes betreiben, es sich um US-Amerikanische Unternehmen handelt oder dass ein Zugriff auf deren Server von außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums möglich ist. Die Verarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen von schulischer Arbeit auf sozialen Netzwerken ist deshalb unzulässig, da die Datenschutzstandards in den USA nicht mit den deutschen und europäischen Standards im Einklang stehen. Prism lässt grüßen. Auch deren AGB bzw.  Nutzungsbedingungen sind nicht mit deutschem Datenschutzrecht zu vereinbaren.

Die Kommentare der Spiegel Online-Leser sind zahlreich und spalten sich in die zwei üblichen Lager: Diejenigen, die Facebook&Co sowie so verteufeln und jeglichem Einsatz in der Schule widersprechen und diejenigen, die dem Ministerium Weltfremdheit vorhalten. Vermutlich ist die Kontroverse dem plakativen Titel des Spiegel Online-Artikels zu verdanken. Die Essenz der Handreichung ist aus meiner Sicht völlig unstrittig: Es geht selbstverständlich nicht an, dass ich als Lehrer einen Schüler dazu zwinge, einen Facebook-Account mit seinen persönlichen Daten anzulegen, damit er an der Unterrichtskommunikation teilnehmen kann. Und wer als Lehrkraft nur ein bisschen gesunden Menschenverstand mitbringt, wird selbstverständlich auch keine Noten oder andere Schülerdetails mit Lehrerkollegen via Facebook, Google+ oder Whatsapp austauschen.

Was ich mir von einer solchen Handreichung allerdings erwarten würde, wäre eine differenziertere Auseinandersetzung, wie der Einsatz von beispielsweise Twitter möglich ist und worauf der Lehrer dabei achten sollte. Die Schüler können als Arbeitsauftrag ja Twitternachrichten zu einem Thema verfolgen, ohne hierfür einen Account anzulegen oder zu einem Thema über einen gemeinsam genutzten Klassenaccount twittern.

Reduziert man den Datenschutz ausschließlich auf die Kategorie Serverstandort, fallen auf einmal ganz viele Tools weg, die im Unterricht durchaus nützlich sein könnten: Google Docs, Youtube oder WordPress, um nur einige zu nennen. Gerade auf Tablets wie dem iPad nutzen zahlreiche Apps intensiv Cloud-basierte Dienste. Sicherlich lässt sich durch eine geeignete Anonymisierung der Arbeitsmaterialien oder dem Verwenden von entpersonalisierten Accounts die ein oder andere Plattform auch datenschutzkonform nutzen.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass Schule im Bezug auf Datenschutz konsequent Vorbild ist. Wenn man im Unterricht einen Dienst wie Dropbox nutzt, „weil es doch so bequem und einfach ist“, machen sich die Schüler zukünftig auch keine Gedanken über den Datenschutz. Und das wäre ein wichtiges Ziel der Medienpädagogik.

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Berufstutorials

In diesem Semester erstellten unsere TeilnehmerInnen – allesamt angehende Lehrkräfte für berufliche Schulen – Videotutorials zu beruflichen Fertigkeiten. Hierzu sollten sie eine typische berufliche Tätigkeit ihres Erstfaches bzw. ihres eigenen Ausbildungsberufs in maximal 2min demonstrieren.

Wie bereits bei den iPad-Tutorials nutzten die TeilnehmerInnen iMovie auf dem iPad sowohl für die Aufnahme als auch für den Schnitt.

Die Ergebnisse überzeugen. Die folgenden Videotutorials zeigen auch die große Vielfalt des beruflichen Lehramts, hier mit Beispielen aus dem Bereich Elektro- und Informationstechnik, Gesundheit- und Pflegewissenschaft, Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaft sowie aus der Agrarwirtschaft.

Der berufliche Schulbereich ist geradezu prädestiniert, um Videotutorials einzusetzen. Der berufspraktische Teil der Ausbildung kann so auf einer zusätzlichen Ebene in den berufsschulischen Unterricht einfließen. Berufsschulen müssen sich in den eigenen Werkstätten auf einzelne Maschinen oder Software festlegen, mit der stellvertretend die Lerninhalte eines Berufsfeldes vermittelt werden. Videotutorials von Berufsschülern aus deren Ausbildungsbetrieben ermöglichen den Mitschülern und Lehrkräften den Blick auf die Vielfalt eingesetzter Betriebsmittel.

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Veranstaltungshinweis TUM eLearningtag 2013

Am 13. März 2013 findet an der Technischen Universität München der alljährliche eLearningtag statt, an dem über aktuelle Entwicklungen und Einsatzszenarien von eLearning an der TUM informiert wird.

TUM eLearningtag 2013Unter dem Programmpunkt Neues zur eLearning-Infrastruktur an der TUM präsentieren wir dabei die neue Schnittstelle zwischen dem Videokonferenztool Adobe Connect und der Lernplattform Moodle.

Die Präsentation zeigt zwei konkrete Einsatzszenarien von Adobe Connect in der Lehre – die Onlinesprechstunde und die Onlinevorlesung. Wir demonstrieren beide Beispiele live und setzen dabei iPads ein. Das flashbasierte Adobe Connect ist dank eines nativen Apps (Connect) auch für iOS-Geräte zugänglich.

Dozierende, Studierende und MitarbeiterInnen der TUM finden die Anmeldemöglichkeit auf der Webseite des Medienzentrums.

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B(P)ingo! – Live-Abfrage

Die Live-Abfrage ist bei uns die Methode, die wohl am häufigsten in unserer Lehrveranstaltung zum Einsatz kommt. Hierfür verwendeten wir verschiedene Tools mit unterschiedlichem Erfolg: z.B. Evasys , eClicker oder das Responsesystem ActiVote.

Nun lief uns ein Tool über den Weg, dass nicht nur ausgezeichnet funktioniert und intuitiv bedienbar ist, sondern auch plattformübergreifend läuft und für Bildungseinrichtungen kostenlos ist: PINGO. Danke an die Kollegen der Universität Paderborn für dieses hervorragende Instrument!

Pingo StartfensterWir haben PINGO in der letzten Seminarstunde eingesetzt und sind begeistert. Der Dozent legt auf der PINGO-Webseite eine Session an, mit der sich die Teilnehmer verbinden. Dazu gehen die Teilnehmer auf die Webseite pingo.upb.de und geben den Session-Code ein (in unserem Fall die Zahl 8117). Obwohl diese URL glücklicherweise gänzlich unkryptisch ist, generierten wir einen QR-Code dazu und blendeten diesen über den Beamer ein. Die Teilnehmer scannten den Code und landeten direkt auf der Umfrageseite.

PINGO Fragen vorformuliertNun stellten wir zu unserem Seminarthema „Europäischer Qualifikationsrahmen EQR“ Fragen, die wir 10min vor der Seminarsitzung vorbereiteten. In der Sitzung wählt der Dozent dann nur noch die Frage und die Befragungsdauer aus. Im gleichen Moment erscheint die Frage auf den Teilnehmergeräten. Die Teilnehmer können pro Endgerät nur einmal abstimmen. Sobald die Befragungszeit abgelaufen ist oder der Dozent die Frage beendet, erfolgt die Auswertung. Die Auswertung wird nur auf dem Dozentengerät angezeigt.

Das Beispielergebnis zur Frage, auf welcher Niveaustufe im EQR die TeilnehmerInnen ihre Berufsausbildung ansetzen würden, bot ausgezeichneten Gesprächsanlass zu dieser politisch umstrittenen und bislang nicht vollzogenen Zuordnung.

Beispielumfrage PINGO

Pingo SchnellfrageWas PINGO besonders auszeichnet, ist die Schnellfrage-Option. Damit können auch spontane Abfragen adhoc in die Lehrveranstaltung eingebunden werden.

Zwei Verbesserungsvorschläge zu PINGO: Es wäre schön, wenn die Umfrageergebnisse auch auf den Teilnehmergeräten eingeblendet würden und wenn PINGO zu jeder Session automatisch einen QR-Code generiert.

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iPad Tutorials

Im Rahmen des Seminars erstellen alle TeilnehmerInnen iPad Tutorials. Darin werden grundlegende Funktionsweisen des iPads, nützliche Apps und fortgeschrittene Bearbeitungstechniken erklärt. In diesem Semester entstanden 24 Tutorials. Zwei gelungene Beispiele möchte ich stellvertretend zeigen.

Im Videotutorial erläutert V. Ewen, wie man Daten zwischen dem iPad und einem anderen Gerät über das WLAN mit Hilfe der App GoodReader austauschen kann.

Neben Videotutorials konnten die TeilnehmerInnen alternativ auch ein ePub-Tutorial mit Hilfe des Apps BookCreator erstellen. S. Schisanowski erläutert auf diese Weise das Erstellen von Mindmaps. Das ePub kann mit einem Klick auf das Bild heruntergeladen werden.

iPad-Tutorial: Mindmaps mit MindMeister

Diese Tutorials besitzen gleich mehrfachen Wert für das Seminar. Die Studierenden dieses Semesters erklären denen des nächsten Semesters Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten des iPads. Erklärten wir früher noch in einem Art Workshop, wie man sich Internetzugang auf dem iPad einrichtet, schaffen das die Studierenden heute anhand der Tutorials selbst.

Der größere Wert eines Tutorials liegt jedoch in der Erstellung selbst. Sowohl in technischer Hinsicht wie auch im Hinblick auf das Planen und Erstellen eines Drehbuchs durchlaufen die TeilnehmerInnen alle Hindernisse und Hürden zuerst „im Kleinen“, um dann bei der Erstellung der Podcasts, in denen ein Seminarthema vertieft bearbeitet wird, fit zu sein.

Die Rückmeldung der TeilnehmerInnen ist nahezu durchgängig positiv: Eine neue und gute Erfahrung, hat Spaß gemacht, viel mitgenommen, aber auch eine große Herausforderung. Letzteres gilt für alle gleichermaßen, nicht nur für technisch weniger Versierte. Für 2min Videotutorial melden die TeilnehmerInnen Bearbeitungszeiten von 2-3 Stunden bis zu mehreren Tagen zurück.

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Diskussion zur digitalen Demenz

Digitale Demenz lautete der Titel der Seminarsitzung, in der wir über den Sinn und Unsinn des Einsatzes von digitalen Medien im Unterricht und hier insbesondere den Einsatz von Tablets diskutierten. Das gleichnamige Buch von Manfred Spitzer bietet bekanntermaßen viel Gesprächsstoff. Es überrascht deshalb auch wenig, dass unsere 23 TeilnehmerInnen, allesamt Nachwuchslehrkräfte für berufliche Schulen mit nunmehr drei Monaten intensiver Erfahrung mit den iPads, viel zu diesem Thema beitragen konnten und wollten.

Ich stelle hier drei Thesen in den Raum, die ich aus der Diskussion herausgehört habe.

  • Digitale Medien gehören zur Lebenswelt der Jugendlichen. Deshalb ist es sinnvoll und wichtig, Schüler medienpädagogisch zu bilden und zu erziehen. Hierbei stand bei uns der Datenschutz und Cybermobbing im Zentrum der Überlegungen, weniger der technische Umgang mit Computern. Was geben Schüler auf Facebook & Co. preis und welche Folgen kann dies für sie haben?
  • Der Einsatz von iPads im Unterricht sollte so spät wie möglich erfolgen. Ohne hier eine genaue Jahrgangsstufe bestimmen zu können, gibt es einen Meinungstrend für den Einsatz von iPads ab ca. Jahrgangsstufe 7. Abhängig von den Rahmenbedingungen auch früher oder später. Niemand konnte sich mit der Idee anfreunden, iPads bereits in der Grundschule einzusetzen.
  • Schuleigene iPad-Klassensätze sind gegenüber BYOD-Settings zu bevorzugen. Die Methodenhoheit bleibt so bei der Lehrkraft (was nicht ausschließt, diese an die Schüler weiterzugeben). Beim BYOD-Ansatz greift die Schule darüber hinaus in die Erziehungshoheit der Eltern ein, weil den Schülern das Gerät auch in der Freizeit zur Verfügung steht.

Die Diskussion verlief natürlich deutlich breiter und tiefer als in diesen Punkten dargestellt. Ich finde es dennoch einen guten Einstieg, um in diesem Blog weitere Meinungen zu diesem Thema zu hören und freue mich auf Kommentare.

Ab welcher Jahrgangsstufe sollten iPads eingesetzt werden? A=1, B=3, C=5, D=7, E=gar nicht

Ab welcher Jahrgangsstufe sollten iPads eingesetzt werden? A=1, B=3, C=5, D=7, E=gar nicht

In der Seminarsitzung nutzten wir das digitale Medium iPad selbst nur kurz. Nachdem die Diskussion schon relativ weit fortgeschritten war, wollten wir die Meinung aller TeilnehmerInnen abfragen, ab welcher Jahrgangsstufe der Einsatz von iPads sinnvoll wäre. Hierzu verwendeten wir das App eClicker, mit dem Liveabfragen möglich sind. Wie schon bei früheren Versuchen schafften es nicht alle Teilnehmer, ihre Clients mit dem Dozenten-App (eClicker Host) zu verbinden. 10 von 23 ist eine schwache Quote. So gaben einige Studierende gemeinsam eine Stimme ab. Das eingefangene Meinungsspektrum lieferte einen guten visuellen Ankerpunkt für die weitere Diskussion. Fazit zu eClicker: Ein wunderbares Tool, wenn es reibungslos funktionieren würde.

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