iPad-Rallye Neurodidaktik

Auch in diesem Semester veranstalteten wir eine iPad-Rally, dieses Mal zum Thema Neurodidaktik. An der Grundidee hat sich auch gegenüber der iPad-Rally des letzten Semesters nicht viel geändert.

Die 25 TeilnehmerInnen waren zwar vorgewarnt, dass die Seminarsitzung anders als gewohnt verlaufen würde, sie hatten allerdings keine Ahnung, was damit gemeint war. Sie wurden in sechs Arbeitsgruppen mit klangvollen Namen wie Synapse oder Neurotransmitter eingeteilt. Anschließend wurde Ihnen erklärt, dass die Arbeitsgruppe sich das Thema Neurodidaktik selbst erschließen soll und wir uns alle wieder nach 80min im Seminarraum treffen. Alles, was sie benötigen, ist das iPad und das App Scan. Mehr Informationen gab es nicht. Damit schickten wir sie zu den Büroräumen unseres Lehrstuhls, wo das rechts abgebildete Plakat hing.

Hinter diesen QR-Codes standen Hinweise wie “Suchen Sie in der Bibliothek das Buch Neurodidaktik von Ullrich Hermann”. Also wanderte eine Gruppe zur Bibliothek, fand via OPAC den Standort des Buchs heraus und dort einen weiteren QR-Code mit einem Arbeitsauftrag.

Anschließend ging die Gruppe zur Bibliothekarin, die eine Frage zum Text stellte. Die richtige Antwort wurde zur Freude der StudentInnen mit Gummibärchen oder ähnlichen Süßigkeiten belohnt. Danach legte die Bibliothekarin der Arbeitsgruppe einen QR-Code zum Scannen hin. Dort fand sich der Hinweis auf die nächste Station. Zusätzlich bekamen die StudentInnen Buchstaben genannt, die sie sich notieren sollten.

Nach diesem Schema waren insgesamt sechs Arbeitsstationen im Haus eingerichtet. Neben dem Lesen eines Textes (1) wurde ein Audio- (2) und ein Videopodcast (3) aus eigener Produktion aus den Vorsemestern sowie ein Youtube-Video zur Neurodidaktik (4) angesehen. Darüber hinaus führten die Arbeitsgruppen über Evasys eine Straßenumfrage (Losung “neuro”) (5) an der benachbarten Fachhochschule durch und erstellten konkrete Beispiele zum methodischen Einsatz der Neurodidaktik und speicherten diese in ein gemeinsam bearbeitetes Dokument (über willyou.typewith.me).

Im Anschluss an jede Station gab es Kontrollpunkte wie den der Bibliothekarin, an dem mit einfachen Fragen überprüft wurde, ob die Station bearbeitet wurde und an dem es immer kleine Belohnungen in Form von Süßigkeiten gab.

Nach 80min kamen gut gelaunte TeilnehmerInnen zur Abschlussbesprechung zurück. Vier Arbeitsgruppen schafften fünf Stationen, zwei schafften vier Stationen. Das Lösungswort, das aus den Buchstaben der Stationen gebildet werden konnte, wurde dennoch gelöst (Hippocampus). In der Abschlussbesprechung wurde das Evasys-Befragungsergebnis und die Ergebnisse des Typewith.me-Pads kurz besprochen.

Der Vorbereitungsaufwand von ca. acht Stunden beinhaltet die Auswahl der Lernmaterialien, Arbeitsaufträge schreiben, QR-Codes erstellen, ausdrucken und laminieren, Dokumente online verfügbar machen, Evasys-Umfrage anlegen, sechs Kollegen im Haus finden und informieren, Süßigkeiten einkaufen, Stationen auf- und hinterher wieder abbauen. Wobei die Auswahl der Lernmaterialien den höchsten Aufwand darstellen. Den Mehraufwand gegenüber einer regulären Seminarsitzung würde ich mit vier Stunden beziffern, die sich über einen Zeitraum von zwei Wochen verteilt haben.

Fazit aus meiner Sicht

  • Die Methode eignet sich gut zu Beginn des Semesters, um die TeilnehmerInnen an die iPads heranzuführen.
  • Die iPad-Rally fördert den Austausch der TeilnehmerInnen untereinander und stärkt das Gruppengefühl (wäre auch ohne iPads mit einer Schnitzeljagd erreichbar).
  • Die Nutzung der iPads gegenüber einer herkömmlichen Schnitzeljagd hat den Vorteil, dass Lernmaterialien einfach zur Verfügung gestellt werden können und die Stationen im Grunde nur aus dem QR-Code bestehen (der auch in der Öffentlichkeit ausgehängt werden kann, ohne dass es gleich heruntergerissen wird).
  • Inhaltlich kann man mit dieser Methode nicht die gleiche Menge an Stoff durchnehmen, es muss reduziert werden. In einer regulären Seminarsitzung kann man in der gleichen Zeit sicherlich mehr Stoff bearbeiten.
  • Die Methode fördert eine hohe Teilnehmeraktivität. Zum einen viel Bewegung, zum anderen eine selbstständige Auseinandersetzung mit dem Lernstoff. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass der (gegenüber einer regulären Seminarsitzung reduzierte) Stoff damit automatisch besser hängenbleibt. Der Einsatz von multimedialen Elementen ist vermutlich abwechslungsreicher und motivierender als das bloße Lesen von Texten.
  • Die Methode ist ein schöne Abwechslung zum normalen Seminaralltag, eignet sich aber nicht für den regelmäßigen Einsatz (einmal pro Semester bzw. pro Schuljahr scheint genug).
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13 Antworten zu iPad-Rallye Neurodidaktik

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  4. J.Rossa schreibt:

    Die iPad-Rally zum Thema Neurodidaktik ist aus meiner Sicht eine gute Methode um fachliches Wissen zu vermitteln. Gerade zu Beginn eines Seminars/Schuljahres, wenn sich die Teilnehmer noch nicht richtig kennen, scheint mir die Durchführung einer solchen Schnitzeljagd sehr sinnvoll.
    Allerdings war meiner Meinung nach der Umfang der Rally zum Thema Neurodidaktik zu groß, sodass keine Gruppe in der vorgegebenen Zeit alle Stationen durchlaufen konnte. So besteht die Gefahr, dass gegen Ende der Zeit die Stationen nur noch oberflächlich bearbeitet werden, weil man ja doch den Drang hat, alle Stationen bearbeiten zu wollen. Vielleicht kann man inhaltlich an der ein oder anderen Stelle kürzen und den Teilnehmern vor Beginn die gesamte Stationenzahl mitteilen.

  5. K.Koller schreibt:

    Von dieser Seminarsitzung war ich sehr begeistert, vor allem war es eine angenehme Abwechslung zu unseren herkömmlichen Sitzungen. Desweiteren habe ich durch die iPad- Rally viele weitere Funktionen, die das IPad bietet, kennengelernt, die ich zuvor noch gar nicht ausprobiert habe. Neu war für mich, für welche Zwecke QR- Codes genutzt werden. Diese habe ich freilich schon oft gesehen, habe mich aber nicht näher damit befasst, da es etwas Unbekanntes für mich darstellte. Da die Zeit relativ knapp bemessen war, haben wir leider nicht alle Stationen durchlaufen können. Vielleicht wäre es daher sinnvoll, weniger Stationen zu planen, oder weniger arbeitsintensive Aufträge zu erteilen. Inhaltlich habe ich bei der Rally zum Thema Neurodidaktik nicht so viel mitgenommen, was wahrscheinlich bei einer normalen Seminarsitzung anders gewesen wäre. Auf jeden Fall war es eine gelungene Aktion, die mir im weiteren Umgang mit dem iPad bestimmt nützlich sein wird.

  6. V. Wiedemann schreibt:

    Die iPad-Rally hat Vor- und Nachteile, wenn man sie in der Schule anwendet.
    Einerseits lernen die Schüler den Umgang mit neuen Medien und der Unterrichtsstoff kann durch eine größere Anzahl an Anschauungsmaterialien vermittelt werden, zB durch Videos und Audiodateien im Gegensatz zu reiner Textarbeit.
    Das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe und somit auch in der gesamten Klasse wird gestärkt. Zusätzlich sind die Schüler in Bewegung und lernen das Schulhaus, mit unter anderem der Bibliothek kennen. Das Konkurrenzdenken wird gefordert, was die Leistungsbereitschaft erhöht.
    Andererseits ist genau diese Konkurrenz zwischen den Gruppen ausschlaggebend dafür, dass Aufgaben nur nach den zu findenden Informationen gefiltert werden und somit unvollständig bearbeitet werden.
    Für einen abwechslungsreichen Unterricht ist diese Methode gut geeignet, doch sollten wichtige Sachverhalte nochmals separat besprochen werden.

  7. O. C. schreibt:

    Ich fand die iPad-Rally auch sehr toll. Wie oben schon erwähnt, kann man damit den Gruppenzusammenhalt stärken und es ist eine gute Abwechslung für den herkömmlichen Unterricht. Das mit dem Konkurrenzdenken ist aber auch immer eine Sache, die die einzelnen Gruppen für sich selbst entscheiden müssen. Aufgrund des engen Zeitplans, können sich zwei Gruppen die einigermaßen gleichauf sind auch zusammen schließen und z.B. gemeinsam eine Audiodatei anhören um sich Zeit zu sparen.
    Die Pensum an Stationen in der vorgegeben Zeit, war sehr happig. Jedoch, wahrscheinlich bei der großen Anzahl der Seminarteilnehmer unausweichlich. Bei weniger Stationen hätte es weniger Gruppen geben müssen, was aber dann zur Folge hat, dass die Gruppengröße erhöht werden muss und somit die Wahrscheinlichkeit der nicht aktiven Schüler auch erhöht wäre. Das ist immer abhängig von der Anzahl der Schüler und der zur verfügung stehenden Zeit.

  8. M.H. schreibt:

    Auch mir hat die iPad – Rally gut gefallen. Ebenfalls habe ich das Zeitlimit als zu gering für die jeweiligen Stationen empfunden, sodass eine anschließende Besprechung der Ergebnisse kaum möglich war. Ich denke, dass es eine interessante und abwechslungsreiche Methode im Vergeich zum herkömmlichen Unterricht bietet. Allerdings müssten vor dem Einsatz die Möglichkeiten der Umsetzung bzw. Rahmenbedingungen vor Ort geklärt werden.

  9. C.B. schreibt:

    Die iPad-Rally war definitiv eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Unterrichtsmethode, die positiv dazu beigetragen hat, sich selbständig mit seinem iPad und dessen Funktionen auseinander zu setzen und vertraut zu machen. Da die Anzahl der Stationen in der vorgegebenen Zeit jedoch nicht zu bewältigen waren, fiel mit steigendem Zeitdruck die Motivation für die Bewältigung der noch bevorstehenden Aufgaben, da das Ziel alle Stationen zu bearbeiten ohnehin nicht erreichbar war. Am Ende der Zeit wurden die Aufgaben dann eher schnell und oberflächlich gelöst, was etwas schade und sicherlich auch nicht Sinn der Rally war. Der Lernerfolg und was – hier speziell über Neurodidaktik- “hängengeblieben” ist, ist dann immer etwas fraglich.

  10. S.W. schreibt:

    Mir persönlich hat die IPAD-Rally sehr gut gefallen. Die Unterrichtsmethodik fördert stark das eigenständige Lernen und durch die “Konkurrenzsituation” zu den anderen Gruppen motiviert sie extrem. Auch das Belohnungsprinzip mittels Süßigkeiten nach jeder gelösten Aufgaben funktonierte gut.
    Leider funktionierten die QR-Codes nicht immer, sodass in unserer Gruppe meistens nur 1 oder 2 Personen (von 4) die Aufgaben erhielten.

  11. I.Rauter schreibt:

    Ich kann mich da meinen Kommilitonen nur anschließen. Die iPad-Rally war eine abwechslungsreiche Erfahrung. Besonders gut war es diese Rally gleich zu Beginn des Semester durchzuführen, da man somit erstens in Kontakt mit den anderen Kursmitgliedern kam und zweitens spielend erste Erfahrungen mit dem iPad sammeln konnte. Auch das selbstständige Erarbeiten von Inhalten ist im Vorlesungsalltag eine willkommene Abwechslung. Allerdings waren es zu viele Stationen für diesen Zeitrahmen von 90 Minuten und man bewältigte die Aufgaben meist leider nur etwas zu oberflächlich. Dementsprechend ist der Inhalt, nämlich die Neurodidakik, meiner Meinung nach zu kurz gekommen. Ich persönlich hatte nach der Durchführung der iPad-Rally nicht das Gefühl viel Fachwissen über die Neurodidaktik erfahren und vor allem im Gedächtnis behalten zu haben.

  12. M.G. schreibt:

    Prinzipiell fand ich die iPad-Rally eine tolle Alternative. Allerdings konnte in unserer Gruppe beobachtet werden, dass einige Studenten sehr aktiv mitgewirkt haben und sich sehr mit dem iPad und auch der Thematik auseinandergesetzt haben. Andere sind nur “mitgelaufen” und konnten höchstwahrscheinlich keinen großen Gewinn aus der Rally ziehen. Vielleicht sollte darauf geachtet werden, dass die Teilnehmerzahlen der einzelnen Gruppen nicht zu groß sind.

  13. L.H. schreibt:

    Die iPad-Rally hat mir sehr gut gefallen. Ich war besonders von der Scanfunktion beeindruckt. So kann man sich selbst eine “modere Schnitzeljagd” erstellen.

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